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«Hamburch Ahoi!»: Lindenberg dockt wieder an

09.05.2010

Hamburg (dpa) - Panik-Finale beim Hamburger Hafengeburtstag: Deutschrocker Udo Lindenberg hat am Samstagabend die Rückkehr des ersten «Rock-Liners» gefeiert.

Der Musiker und sein Panikorchester sowie 50 Gitarristen an der Reling spielten an Bord des Kreuzfahrtriesen «Mein Schiff» die Songs «Odyssee» und «Candy Jane». Ihr 20-minütiges Geburtstagsständchen brachten sie dem Hafen unmittelbar nach dem Feuerwerk. Ebenfalls auf dem obersten Deck dabei waren Chefstyler Jan Delay und Punk-Lady Nina Hagen. Zahlreiche Boote begleiteten den «Rock-Liner», während sich an Land die Zuschauermengen drängten. «Hamburch Ahoi!», rief Lindenberg ihnen über sein Mikrofon zu. «Udo, Udo»-Rufe und Jubel hallten zurück. «Geilomat!», meinte der Sänger, «mehr Exzess geht nicht.»

Lindenberg, Delay und Hagen waren am Mittwoch mit rund 2000 Passagieren zur «Jungfernfahrt» des «Rock-Liners» nach Großbritannien aufgebrochen. Die Fahrt stand im Zeichen der Rockmusik - ob bei Konzerten, Vorträgen oder Videoprojektionen. «Das war noch geiler als ich erwartet habe. Der ganze Kahn hat gerockt!», sagte Lindenberg nach der Reise. «Sehr angenehme Leute an Bord, keine Weg- und Abdrehtypen und keine Komaschlucker, sondern ein großes Familienfest.» Auf 25 Kreuzfahrten war er schon, die Idee vom «Rock-Liner» geisterte lange durch seinen Kopf. Mit der Umsetzung ist er mehr als zufrieden. «Ein neues Kapitel der Seefahrt wurde aufgeschlagen.»

Während Nina Hagen zwischen der Abfahrt und ihren Konzerten am Ankunftstag nirgends gesehen wurde, machte sich Jan Delay am Landtag auf den Weg gen London. Deutschlands prominentester Hut-Träger dagegen war öfter präsent. Wo auch immer Lindenberg auftauchte, war er umlagert. «Udo genießt diesen Trubel. Er hatte eine lange Pause seit der Tour und richtige Entzugserscheinungen», meinte eine, die es wissen muss: seine Freundin Tine Acke. «Die letzten Monate waren, als wäre er gar nicht wirklich lebendig. Udo braucht das Bad in der Menge», sagte die 33-Jährige. Dass ihr Freund vieles gern spontan mache, sei hier von großem Vorteil: «Da gibt's dann eben mal nach Mitternacht eine Session im Casino.»

Die Stimmung an Bord war fröhlich und recht feucht. So manche Bar hatte teilweise bis 7.30 Uhr morgens geöffnet. Die Zahlen sprechen für sich: 1200 «Rock-Liner-Cocktails» und mehr als 100 Flaschen des Lindenberg-Lieblingslikörchens Eierlikör wurden ausgeschenkt.

Und was meinten die mitgereisten Fans am Ende? «Wir sind mit gemischten Gefühlen an Bord gegangen, weil wir keine Erfahrungen mit Kreuzfahrten hatten. Doch es war grandios und nicht zu übertreffen», sagte Ulrich Duday aus Lindenbergs Heimat Gronau (Nordrhein-Westfalen). Auch die Männer und Frauen der «Berliner Panikgemeinde» waren begeistert: «Wunderbar und alles andere als steif, wie wir es erst an Bord eines solchen Schiffes befürchtet hatten. Und immer lief irgendwo eine Udo-Mucke.» Die Reederei und Lindenberg denken bereits darüber nach, dem zweiten Rock-Liner im August weitere folgen zu lassen.

Text: Dorit Koch

Quelle: dpa, 09.05.2010