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Konzert in der Westfalenhalle: Udo Lindenberg setzt Zeichen gegen die Zeit

30.05.2017

Traditionell mit Hut, Sonnenbrille und unverwechselbarer Stimme - modern und imposant mit beeindruckender Videowand und ordentlichem Rock: Das ist Udo Lindenberg. Am Dienstag hat er im Rahmen seiner Tour "Stärker als die Zeit" gezeigt, dass er noch lange im Musikgeschäft gebraucht wird, sowohl musikalisch, als auch politisch.

Was für eine gigantische Kulisse! Als Udo Lindenbergs Show in der ausverkauften Westfalenhalle beginnt, tosen Wellen auf der riesigen Videowand, Blitze zucken über den Bühnenhimmel und Schlagzeug-Donner kracht. Der Deutschrocker schwebt auf einer Gondel von der Seite ein, natürlich mit Hut, Sonnenbrille und hautenger, schwarzer Lederhose und singt mit unverwechselbarer Nölstimme "Odyssee".

Das hat Power und Gewicht, die Gitarren klingen mehr nach AC/DC-Hardrock als nach weich gespültem Deutschpop wie er derzeit durch alle Radiokanäle säuselt. Der Grundstein für ein phantastisches Konzert ist gelegt. "Cello", "Ich lieb dich überhaupt nicht mehr", "Ich mach mein Ding" - Udo Lindenberg haut seinen 12.000 Fans alte und neuere Hits nur so um die Ohren.

Der alte Herr wird noch immer gebraucht

Als er "Wozu sind Kriege da?" anstimmt, unterstützt von einem Kinderchor, wird klar, wie sehr der 71-Jährige im immer seichter werdenden Musikbetrieb immer noch gebraucht wird: Der Song ist eines der besten Anti-Kriegslieder, die je geschrieben wurden.

Auch der Anmoderation nimmt der Rocker kein Blatt vor den Mund: Donald Trump ist für ihn ein gefährlicher "Schwachmat", der in Saudi-Arabien gerade neue Kriege gesät hat. "Hätte die Welt ein Gewissen, es würde aufjaulen", ruft er und zeigt allen Waffenfabrikanten demonstrativ den Stinkefinger. Gut, dass Udo noch da ist - und so agil wirkt wie eh und je. Er ist eben wirklich wie sein Tourmotto sagt: Stärker als die Zeit.

Text: Max Florian Kühlem
Foto: Tine Acke

Quelle: Halterner Zeitung, 30.05.2017