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Unterm Hut

Am Trallafitti-Tresen

11.11.2008 | Kommentare [0]

haben sich zwei "Ultra-Fans" der Nachtigall bei einem Kasten CDs mal über alles unterhalten: Benjamin von Stuckrad-Barre und Moritz von Uslar. Über das Werk des Udo Lindenberg in seinen Texten. Über die Themen der Texte. Über die Kunstfigur Udo L., über Sinn und Unsinn seines Nonsens-Slangs. Darüber, ob er in den Neunzigern "cool" war. Und und und.

Ein Thema wird bewusst an den Rand gestellt: das von sämtlichen Medien überbewertete und überanalysierte - der Hut. Und das ist prima! Denn dann kann man sich endlich mal auf das wirklich Wesentliche konzentrieren. Als da wären: typische Udo-Vokabeln, lindische Wortschöpfungen und von Stuckrads Lieblingsreime. Der "Easy-Käfig" und das "Dubi-Du-Dumm". Die panikpoetischen Leitmotive und das Lindianerleben. Udos musikalische "Wandlungs-Oper" und die Treue zu sich selbst. Kontroversen darüber, ob die ausgesprochenen (bzw. herausgesungenen) unausprechlichen Worte automatisch ein Schamgefühl im Hörer wecken müssten. Immer wieder auftauchende Wortfamilien und Figuren, die sich durchs ganze Werk ziehen. Die prägende Panik-Sozialisation der jetzt 30- bis 40-Jährigen, zu denen übrigens auch Jan Delay und Pierre M. Krause gehören - und deren Fanstories in Kürze Unterm Hut zu hören sein werden. Auch die beiden Autoren kommen zu Wort!

Und bis dahin: zieht Euch dieses Buch rein, sofern Ihr das nicht schon getan habt. Die Songs in ihrer Auswahl wie einen Gedichtband zu lesen ist das pure Vergnügen: wer sich neu an sie heranwagt, erlebt ganz großes Kino. Wer diese Zeilen schon alle auswendig kennt, wird ganz neu, ganz anders davon geflasht sein. Und vielleicht sogar endlich eine entfernte Ahnung davon bekommen, wie sich die Frage beantworten ließe, die Uslar am Ende stellvertretend für alle Fans formuliert:

"Warum lieben wir diesen alten Motherfucker jetzt eigentlich so wahnsinnig?"

Hier geht's zum Buch!