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Die beste Rock'n'Roll-Show des Landes

17.06.2017

Udo Lindenberg und das Panikorchester kapern die SAP-Arena in Mannheim

Die 71-Jährige deutsche Rock'n'Roll-Legende Udo Lindenberg schwört sich und sein Panikorchester auf die nächsten 30 Jahre ein, begrüßt Lokalmatadore als Gäste und begeistert mit purer Spielfreude zehntausend "Lindianer" in der ausverkauften SAP Arena in Mannheim.

Über Udo Lindenberg wurde viel geschrieben und noch mehr gesagt. Nach Jazzbeginn als Schlagzeuger, einer schillernden Karriere als Panikpräsident in den 1970ern und 1980ern, Karriereknick und Alkoholsucht genießt der geborene Gronauer und Wahlhamburger heute sichtlich seine riesige Popularität.

So geht die Tour zur 2016er Platte "Stärker als die Zeit" wegen der immensen Nachfrage auch 2017 in die nächste Runde und gastiert sogar an zwei ausverkauften Abenden in der ausverkauften SAP Arena in Mannheim.

Starker Beginn

Zum wuchtigen Intro "Odysee" schwebt der Panik-Rocker standesgemäß in einem Metallkorb vom Hallendach herab und legt sofort rockig los. Begleitet und animiert von zwei Tänzerinnen gibt Udo Lindenberg die Marschrichtung vor: "Wir sind auf Odyssee, Odyssee – und keiner weiß, wohin die Reise geht".

Danach folgen mit "Einer muss den Job ja machen" und "Mein Ding" zwei neuere Stücke, bei denen Lindenberg mit Augenzwinkern sein Selbstverständnis inszeniert. Er begrüßt die Anwesenden und spricht von den "Sizilianern" Deutschlands. Er habe sich die Stadt angeschaut, Capitol und die Popakademie besucht. Beifall brandet auf.

Ein Hit jagt den nächsten

Mit "Cello" folgt der erste Gänsehautmoment und "Ich lieb dich überhaupt nicht mehr" ist und bleibt eine der besten deutschen Herzschmerzballaden überhaupt. Der verletzte Stolz, der große Verlust. Kongenial folgt danach seine letztjährige Single "Durch die schweren Zeiten", die Zuversicht und Mut in einer Beziehung thematisiert. Die Altfans gehen aus sich heraus, als Lindenberg und Gefolge "Rock'n'Roller" vom 1976er "Galaxo Gang"-Album anstimmen.

Aber auch stille Momente und große Ansagen wie zu "Wozu sind Kriege da" gelingen dem Mann mit dem Hut. Ein Kinderchor und Pascal Kravetz, der auch 1981 den Duettpartner gab unterstreichen die Dringlichkeit des Anliegens. "Strassenfieber" und "Sie brauchen keinen Führer" mit Laith Al-Deen als Gastsänger kommen genauso gut an wie "Gegen die Strömung" mit Musicaldarstellerin oder "Bunte Republik Deutschland", bei der Daniel Wirtz den Sänger mit Rapeinlage und "Rock me Amadeus"-Anleihen abfeiern darf. Die Stimmung in der SAP Arena ist prächtig, viele singen aus vollen Kehlen mit und sind glücklich ihr Idol nochmals sehen zu dürfen.

Das Panikorchester und die Inszenierung

Udo Lindenberg bietet auch im Jahr 2017 eine klassische Rock'n'Roll Revue, bei der die riesige Bühne samt Laufsteg für alle Musiker und Gäste fast nicht ausreicht. Das Bühnenbild wechselt im Hintergrund permanent und zeigt eindrucksvoll neben Videoprojektionen auch Ozeandampfer oder Stahlarbeiter über den Wolken von New York.

Zum sechsköpfigen Panikorchester um Urbassist Steffi Stephan, gesellen sich Bläsersätze, verschiedenste Gastmusiker, ein Heer an Backgroundsängern und zahlreiche Tänzer. Wer gerade nicht aktiv auf der Bühne spielt oder tanzt kann an einer Bar seitlich der Bühne Platz nehmen, wo ein Barmixer und eine Burlesque-Tänzerin für Entspannung sorgen. Diese bunte Mischung ist genau der Nährboden aus dem Lindenberg seit 45 Jahren seine Kraft zieht. Es ist seine Familie und er sorgt für sie.

Als Zeremonienmeister ist er auch mit 71 Jahren noch unschlagbar und verteilt permanent Küsse an alle Mitglieder seiner Panikfamilie. Er lobt die gesamte Region von Heidelberg über Mannheim, Speyer, Mutterstadt, Ludwigshafen, Weinheim bis Heppenheim und teilt mit, dass hier einst der Grundstein für die jetzige Show gelegt wurde. Das kommt an bei den Fans, die aus dem gesamten Rhein-Neckar-Delta angereist sind.

 
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