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Einer muss den Job ja machen!

15.06.2017

Udo Lindenberg begeistert 10500 Fans in der Freiburger Messehalle 2

Mit 10500 Besuchern ist Udo Lindenbergs Livekonzert seiner „Stärker als die Zeit“ Tour 2017 in der Freiburger Messehalle 2 restlos ausverkauft. Nach früherer Hallenöffnung wegen verstärkter Einlasskontrollen muss das Konzert zehn Minuten später beginnen. Dafür war der Beginn der Show umso fulminanter. Das Blitzgewitter auf der bühnenbreiten Videoleinwand ist nur ein geschicktes Ablenkungsmanöver, bevor Udo Lindenberg von der Hallendecke mitten auf die Bühne einschwebt.

Lässig auf einer kleinen Plattform stehend, lässt sich der 71-jährige von seinen Fans unter den Klängen seines ersten Hits „Odyssee“ feiern bevor er, inzwischen auf dem Boden angekommen, klar macht „Einer muss den Job ja machen“. Längst hat der Groove auf die Fans übergegriffen und die Nachtigall, wie sich Lindenberg gerne selbst nennt, legt den nächsten Hit „Mach mein Ding“ nach. Danach legt Lindenberg eine Pause ein, wenn auch nur um seine Fans offiziell zu begrüßen, bevor er sein Hit-Feuerwerk mit „Cello“ fortsetzt.

Eine richtige Pause gönnt sich Udo überhaupt nicht. Die ganzen folgenden zweieinhalb Stunden zieht Lindenberg mit seinem Panikorchester durch, und wie! Er besetzt viele Themen des täglichen Lebens. Ob es um das Ende einer Liebe „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr!“ geht, oder um die Bewältigung von Lebenskrisen „Schwere Zeiten“ oder „Plan B“ geht, Lindenberg hat sie alle erlebt und in seinen Songs thematisiert. Und dazwischen immer wieder die Musik als roter Faden durch sein Leben „Rock’n Roller“.

Aber Udo Lindenberg wäre nicht Udo Lindenberg, wenn er seinen Fans nicht auch seine Botschaft mitgeben würde. Dazu nimmt er sich erstmals eine kurze musikalische Pause, um nicht nur seine Meinung zum „Schwachmaten“ Trump kundzutun, sondern auch sein Missfallen über nationalistische Strömungen in der Türkei, England oder in europäischen Nachbarstaaten auszudrücken.

Eindrucksvoll und auch nach über 30 Jahren immer noch aktuell „Wozu sind Kriege da“. Pascal Kravetz, der 1981 als Zehnjähriger das Lied zusammen mit Lindenberg sang, ist heute Teil des Panikorchesters. Jetzt hat Lindenberg dafür Unterstützung von einem ganzen Kinderchor.

Auch mit den Titeln „Straßenfieber“ und „Führer“ spricht Lindenberg die rechten Tendenzen in der Bundesrepublik an und bietet quasi mit „Gegen die Strömung“ gleich das entsprechende Gegenmittel an. Es folgen weitere starke Titel aus Lindenbergs Repertoire. Die Nachtigall spannt den Bogen von den „Herzen der stolzesten Frau’n“ über die „Bunte Republik Deutschland“, die „Stärker als die Zeit“ ist. Udo nimmt danach mit „Das Leben“ ein wenig Gas raus, trifft auf der „Sternenreise“ auf „Gerhard Gösebrecht“, mit dem er die „Honky Tonky Show“ feiert, um dann mit dem Horizont die Show zu beenden.

Aber Schluss ist noch lange nicht. Udo Lindenberg und sein Panikorchester drehen nun erst richtig auf. Der wunderschönen Liebeserklärung „Ende der Welt“ folgen „Johnny Controlletti“, der „Sonderzug nach Pankow“, „Alles klar auf der Andrea Doria“ und dann „Candy Jane“ zusammen mit Rockröhre Stefanie Heinzmann.

Fehlen darf natürlich auch nicht die „Reeperbahn“, bei der das Publikum textsicher lauthals mitsingt. Mit „Eldorado“ und „Ich schwöre“ neigt sich die Show dann langsam einem spektakulären Ende.

Lindenberg, der bis dahin bereits fünf Fräcke restlos durchgeschwitzt hat, legt den Raumanzug an und entschwebt unter den Klängen seines „Woddy Wodka“ so wie er gekommen war, gen Hallendecke und lässt ein restlos geflashtes Publikum zurück.

Wieder einmal hat Udo Lindenberg eine Show abgeliefert, die seines Gleichen sucht. Während sich die Rockgrößen in seinem Alter in deren Konzerten mehr den Pausen als den Songs widmen, legt der 71-Jährige ein 150-minütiges, unterbrechungsfreies Hitfeuerwerk auf die Bühne untermalt von drei Gitarristen, einem Bass, einem kompletten Blechgebläse und einer ganzen Kompanie von Tänzerinnen und Sängerinnen.

Einer muss den Job ja machen - und Lindenberg hat ihn zweieinhalb Stunden perfekt gemacht!

Text: regiotrends
Fotos: Tine Acke

Quelle: Regiotrends.de, 15.06.2017