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Galaktische Reise des "Phönix U" in Bild und Text

01.10.2010

Neuer Fotoband dokumentiert Geschichte von Udo Lindenbergs erfolgreichstem Album "Stark wie zwei"

Hamburg (dapd-nrd). Der panische "Phönix U" ist auf seiner galaktischen Reise auf einem neuen Planeten gelandet. Begleitet wurde der "Udonaut" dabei von seiner Komplizin Tine. Das Gesamtkunstwerk Udo Lindenberg ist um einen gewichtigen Baustein reicher. Mitte Oktober erscheint ein opulenter Bildband als beachtenswerte Dokumentation zur Entstehung von Lindenbergs jüngstem Album "Stark wie Zwei" und den damit verbundenen Konzerten und Reisen. Über vier Jahre hin hat ihn seine langjährige Gefährtin Tine Acke hautnah mit der Kamera begleitet und wichtige, oft sehr intime Momente in mehr als 400 Farb- und Schwarzweiß-Aufnahmen festgehalten.

"Das war erst ein kleines Heftchen, so eine Geburtstagsbroschüre mit den tollen Fotos von Tine", erzählt der Panikrocker über die Idee zu dem Band. "Ich hab gedacht, das darf man einer großen Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Und dann ist daraus so ein richtig großer Oschi entstanden." In den vier Jahren von 2007 bis heute, die das Buch beschreibt, sei "ja auch ordentlich was los gewesen", sie zählten immerhin "zu den schönsten, erlebnisreichsten Jahren so in der letzten Zeit". Denn "Stark wie Zwei" war Lindenbergs erstes wirklich neues Album nach zehn Jahren Pause. Und es ist als Chart-Stürmer sein erfolgreichstes bisher überhaupt.

Acke sagt: "Ich wollte ursprünglich dieses Hauptjahr 2008, in dem auch die Tour lag und die Platte herauskam, angemessen dokumentieren." Zudem sei dies für Lindenberg eine Zeit in Hochstimmung gewesen: "Er hat sich in dem Jahr wahnsinnig gefreut. So glücklich habe ich ihn selten gesehen. Das war so schön", sagt die 33-Jährig sichtlich bewegt. Deswegen nennt sie das Buch auch "eine Maßnahme gegen die Vergänglichkeit", wenngleich dies sehr endgültig klingt. "Aber so muss man immer denken, das sind alle Bilder." Ergänzung Udo: "Und natürlich geht es weiter, ich bin ständig aufm Sprung Richtung neue Abenteuer, junges Kerlchen, das ich bin!"

Für beide, Udo wie Tine, die sich seit 1993 kennen, ist der Band aber auch so etwas wie ein Stück gegenseitige Liebeserklärung: So bekennt die Freundin, immer wenn sie seinen Titel "Mein Ding" höre, "da muss ich jedes Mal heulen". In den 400 Bildern und zahlreichen Texten "steckt echt mein ganzes Herzblut drin, wir haben alles zusammen gemacht".

Neben Bildern mit inszenierten Posen legte Acke deshalb auch besonderen Wert auf die geheimnisvolle Seite Lindenbergs: "Er hat ja einmal diese witzige Seite, aber er ist auch sehr in sich gekehrt, ein richtiges Mysterium - diese Bilder mag ich persönlich viel lieber." Nicht umsonst zeige das Coverbild den Sänger als Silhouette im nebligen Gegenlicht.

Acke ist mit der Kamera auf Schritt und Tritt dabei, der Rocker ist an sie gewöhnt. Lindenberg weiß zu schätzen, dass er sie dabei oft gar nicht mehr wahrnimmt: "Das finde ich angenehm, dass ich nicht dauernd posen muss, dass ich als der Betroffene nicht immer so tangiert bin. Sie ist schnell klickediklick mit der Kamera dabei, fast unauffällig, die Schattenfrau." Aber für den Bühnenmenschen gilt: "Ein Stück Eitelkeit ist schon dabei, wie du guckst, wie du stehst, wie du wirkst, dich inszenierst."

Augenfällig: Der Band ist nicht allein ein Buch über den Rocker und sein Panik Orchester. Großen Raum nimmt auch die Zusammenarbeit mit Kollegen und Weggefährten wie Jan Delay, Helge Schneider, Otto, Silbermond, Ben Becker, Ellen ten Damme und Ulla Meinecke oder seinen Bodyguard und Assistenten Eddi Kante ein. "Das ist auch eine Hommage an meine Freunde, meine Berater, meine Vertrauten, mit denen ich alles gemeinsam gemacht habe. Das ist auch so was wie ein Buch über meine Freunde, die ganze Panik-Familie", sagt Lindenberg. Ein riesiges doppelseitiges Gruppenbild dokumentiert dies besonders anschaulich. Ergänzt werden die Fotos durch Songtexte, Tagebuchaufzeichnungen und zahlreiche Zitate der Freunden.

Wenngleich der Bildband nun das "Gesamtkunstwerk" Udo Lindenberg ergänze, so sei es damit aber noch lange nicht vollendet, bekennt der Musiker, Sänger, Maler und Autor. Nächstes Jahr entstehe mit MTV sein erstes Unplugged-Album, und dann sei da ja Anfang 2011 auch noch sein neues Musical. "Früher nannte man das Universal-Genie", sagt der 64-Jährige selbstbewusst, lacht und erinnert an Leonardo da Vinci. Der Countdown für den "Phönix U" läuft schon wieder, neue künstlerische Galaxien im Visier.

Quelle: dapd, 30.09.2010