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Lindenberg hat alles unter Controletti

17.06.2017

Der Vater aller coolen Socken lieferte seinen Fans eine spektakuläre Show.

Mannheim. Udo Lindenberg hat am Freitagabend bei seinem Auftritt in der ausverkauften Mannheimer SAP Arena die 10000 Zuschauer begeistert. Rund 140 Minuten lang spielte der mittlerweile 71-Jährige mit seinem Panikorchester ohne Pause. Lindenberg bewies dabei, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Das Motto seiner aktuellen Konzerttour heißt ja nicht umsonst „Stärker als die Zeit“ - wie sein aktuelles Album. Gleich zu Beginn der fulminanten Show legte der Ober-Paniker mächtig los und spielte „Odyssee“, das selbstironische „Einer muss den Job ja machen“, „Mein Ding“ und dann auch noch „Cello“. Spätestens da ging bei den Fans die Post ab. „Jonny Controletti“ hatte alles im Griff. Allerdings musste der Musiker dann schon mal den ersten Eierlikör zum Gurgeln bestellen, nachdem er zuvor „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ gesungen hatte. Damit rettete er seine Stimme „Durch die schweren Zeiten“ und das auch noch ohne „Plan B“, einem weiteren Stück aus dem neuen Album.

Insgesamt dominierten aber die alten Klassiker. Wie zum Beispiel sein „Wozu sind Kriege da?“ In der Anmoderation ließ Lindenberg seiner ganzen Wut über die Rüstungsindustrie freien Lauf. „Wenn es ein Weltgewissen gäbe, dann müsste es aufjaulen.“ Überall seien auch deutsche Waffen im Einsatz. Und der „Schwachmat“ Donald Trump würde auch noch Geschäfte mit den Saudis machen. „Wie lange müssen wir denn diesen Song noch spielen?“ Eine in der Tat berechtigte Frage. Dass Lindenberg schon immer auch politisch war, ist keine besondere Neuigkeit. Aber weil er jetzt schon so lange im Geschäft ist, wirken einige Songs teilweise noch nach Jahrzehnten wieder erschreckend aktuell – wie zum Beispiel „Wir brauchen keinen Führer“, unterlegt mit Bildern von Erdogan, Putin, Petry und Le Pen.

Bei diesem Song hatte auch der Mannheimer Sänger Laith Al-Deen einen Auftritt, später kam die Ludwigshafenerin Julia Neigel bei „Candy Jane“ auf die Bühne und war bei einem der Konzerthöhepunkte mit von der Partie. Bei seinem letzten Song „Woody Woddy Wodka“ ließ sich Lindenberg dann seinen weißen Raumanzug anlegen - und der Udonaut bestieg sein Raumschiff. Schon am heutigen Samstag wird er aber wieder in der SAP Arena landen. Das Panikorchester gibt dann sein zweites – ebenfalls ausverkauftes Konzert.

Text: Walter Serif
Foto: Tine Acke

Quelle: Mannheimer Morgen, 17.06.2017