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Meditation und Partyrandale

10.10.2012

Die «Schattenfrau» von Rockstar Udo Lindenberg (66) wagt sich immer mehr ins Scheinwerferlicht: Tine Acke, Hamburger Fotografin und seit Jahren engste Begleiterin und Freundin des Musikers, hat einen neuen Bildband über ihr liebstes Motiv veröffentlicht - ein mehr als 300 Seiten starkes Buch über den Panikrocker mit Hunderten Fotos von seiner jüngsten Tour.

Es ist nicht ihr erstes Werk über ihn, auch einige wenige Interviews als Paar, das sie seit Ende der 90er Jahre sind, haben sie schon gegeben. Seine «Komplizin» und wichtigste «Geheimrätin» nennt Lindenberg die 35-Jährige dann gern und erklärte nun am Dienstag in der «Bild»-Zeitung: «Ja, es ist Liebe! Es ist Freundschaft und Komplizenschaft. Genau diese Mischung führt zu einem gigantischen Ergebnis.»

Die zurückhaltende Fotografin und der unbestrittene Meister der Selbstinszenierung - ein ungewöhnliches Paar, das nach wie vor nicht zusammenziehen will. «Er ist ja ein Mensch, der viel Trubel braucht. Ich hab gerne die Abgeschiedenheit», sagte Acke im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa im Hamburger «Hotel Atlantic» - Lindenbergs Dauerherberge. Er selbst drückte es so aus: «Sie ist eher der Typ Meditation, ich bin Partyrandale.»

Auf die großen Bühnen vor Tausenden Fans würde sich die ausgebildete Illustratorin mit den kurzen, blonden Haaren eigentlich nicht wagen. Für den Bildband, den Lindenberg die «neue Panik-Bibel» nennt, hat sie aber ihren Mut zusammengenommen und die 17 Konzerte der «Ich mach mein Ding»-Tour aus allen Positionen fotografiert - ob bei den Proben, hinter der Bühne oder aus der Sicht des Publikums.

Mindestens 20 000 Bilder sind entstanden. «Wie eine Besessene hat sie an dem Buch gearbeitet. Mit totalem Enthusiasmus und mit ganz viel Herzblutblubbern», erzählte der Rockmusiker. Welche Bilder ihm am besten gefallen? «Die mystischen und geheimnisvollen. Da kann man noch prima etwas reininterpretieren.» Und nur seine Tine kenne seine «Schokoladenseiten». Wo die an ihm sind, verriet er nicht, sondern grinste lieber und schnitt Grimassen.

Manchmal greift der Panikrocker, dessen Tour ihn im März dieses Jahres durch die größten ausverkauften Arenen führte, sogar selbst zur Kamera - sein Motiv Tine fühlt sich dann «ganz unwohl». Gestatte sie ihm jedoch die gelegentlichen Schnappschüsse mit seinem Handy, halte er dies gern schief, erzählte sie. Seine Künstler-Freundin konnte der Rockmusiker damit überraschen. «Diese schiefen Aufnahmen hab ich mir von ihm abgeguckt», sagte sie.

Als sie sich kennenlernten, war es so wie fast immer: Udo vor, Tine hinter der Kamera. Im Hamburger Club «Knust» begann die Geschichte zwischen dem ungleichen Paar. «Ich filmte mit einer Videokamera eine Band, als Udo plötzlich auf mich zukam und sagte "Hi"», erzählte Acke schon mal in einem Interview. Ein Team sind sie seit 1998, vier Jahre später schenkte er ihr in New York ihre erste Spiegelreflexkamera.

Seitdem gibt die Fotografin alles für ein gutes Motiv von ihrem Partner. Um die beste Sicht auf die Bühne zu haben, hängt sie sich in 40 Metern Höhe kurz unter die Hallendecken. «Mit Todesgefahr», sagte Lindenberg und erklärte, dass mindestens ein Mensch aber sofort zur Stelle wäre, um sie zu retten: «Wenn sie abrutscht, dann würde ich meinen Hut abnehmen, um sie aufzufangen.»

Text: Lisa Rogge
Foto: Daniel Reinhardt

Quelle: dpa, 09.11.2012