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Unterm Hut

Rockliner-Landgang: Das war die Rock'n'Roll-Tour

21.05.2010 | Kommentare [4]

Paniker(innen) in London auf den Spuren der Rockgeschichte

Was ist das: Startet schon um 8 Uhr morgens und ist trotzdem ausverkauft? Der Spezial-Landausflug "British Music Experience" des lindischen Rockliners. Mit geröteten Augen auf Halbmast, koffeingedopt und wetterfest ausgerüstet hängen die übernächtigten Panikpirat(inn)en in den Ausnüchterungs-Sesseln der TUI-Bar, um sich gleich mit 2 Bussen auf Rock'n'Roll-Entdeckertour durch London zu begeben. Rockexperte John Harrison spricht fließend deutsch mit charmantem britischem Akzent und ist unser Reiseleiter. Wir erfahren von ihm, wo Amie Winehouse wohnt, in welchem Hotel Jimi Hendrix ums Leben kam, und dass Mick Jagger gerade Rentner geworden ist und deshalb jetzt umsonst U-Bahn fahren darf. Dass die Mode, Gitarren kaputtzuschlagen, mit Pete Townshend losging, der seine Wut über einige Fans, die sich nicht anständig benommen haben, an seiner Gitarre ausließ - und dessen Manager ihm dann vorschlug, das doch einfach mal öfter zu machen.

Unser erstes Ziel ist die O2-Arena, in der Legenden wie die Stones, Prince und Led Zeppelin spielen - und wo Udo Lindenberg doch auch mal ein Konzert geben könnte, zum Beispiel mit Iggy Pop und David Bowie, so John. Diese gigantische Arena beherbergt außerdem die interaktive Ausstellung "Britisch Music Experience", die uns quer durch alle musikhistorischen Ereignisse beamt, und wo man sich am liebsten tagelang aufhalten möchte. Die Original-Ziggy-Stardust-Kostüme sind ausgestellt, sämtliche Elton-John-Brillen, selbstgestaltete Booklets und handgeschriebene Texte von den Sex Pistols bis David Bowie, und der Drummer von den Small Faces, einer Sixties-Band, die auch Udo stark inspiriert hat, hat auf seiner Bass-Drum das Logo selbst entworfen und gemalt. Apropos panische Inspirationsquellen - die Beatles sind natürlich ausführlichst vertreten, und wir erfahren, dass Paul Mc Cartney sich immer mit Bleistift und Block die neuen Bandkostüme ausgedacht hat. Malen, Designen und Musizieren scheinen von jeher eng verknüpft zu sein - und manchmal fließen sie direkt zusammen, wie ja auch im "Ejakulator", der panischen Erfindung der Nachtigall.

Als ich John vom Rockliner erzähle, kann er es kaum glauben und bittet mich, Udo dringend zu fragen, warum er denn nicht mal mit dem Panikorchester in England auf Tour geht, weil er seit Anfang der
Achziger sehr viele Fans in London hat, die darauf warten. Was ich hiermit also tue...

Auf unserer Fahrt durch den Stadtteil "Wapping" sehen wir, wo die Piraten aufgehängt wurden - und zwar mehrfach, nachdem sie erst nochmal zum Aufquellen in die Themse gehängt wurden - wir fahren durch das Viertel von Jack the Ripper und dann am Parlament vorbei, wo gerade Neuwahlen stattfinden und jede Menge Aktivisten mit Zelten gegen Kapitalismus und den Krieg in Afghanistan protestieren. Die Soldaten der Queen joggen vorbei, und wir fragen uns, was Udo wohl gerade mit ihr beim Tässchen Tee so beschnackt. Im Bus zurück nach Dover panikwissenschaftliche Fachgespräche über die Panikorchester-Besetzung der verschiedenen Epochen, über die Hose mit dem weißen Streifen, wo es wohl die neongrünen Socken zu kaufen gibt und welche Schuhmarke Udo trägt. Themen, die sich nie erschöpfen, wenn Panikexperten unter sich sind - da ist es dann auch egal, wie lange man in der Schlange steht, bevor man wieder an Bord gehen kann. Fast egal - wäre da nicht der Konzertbeginn um 20 Uhr...!

In Kürze "Unterm Hut": Die Show.

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