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Termine

Ausstellung/Malerei

Udo. Die Ausstellung

Datum: 17.08.2012

Ort / Location: Schloss Augustusburg

17.08.-11.11.2012

Panik-Rocker Udo Lindenberg kommt aufs Schloss Augustusburg
Künstler zeigt von August bis November 400 Exponate

Augustusburg/Hamburg. Ab dem 17. August ist die Deutsch-Rock-Ikone Udo Lindenberg Gast auf Augustusburg. Er wird drei Monate - bis zum 11. November - auf dem Renaissanceschloss allgegenwärtig sein. "Udo. Die Ausstellung" ist seine Wanderschau überschrieben, die in dieser Zeit präsentiert wird. Sie war 2011 zunächst auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg und bis vor wenigen Tagen dann im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Dort wird sie derzeit abgebaut und Stück für Stück ins Erzgebirge gebracht.

Schloss-Geschäftsführerin Patrizia Meyn strahlt, dass ihr dieser Schachzug gelungen ist und sie dem Rocker in Hamburg persönlich die Unterschrift unter einen entsprechenden Vertrag abringen konnte. 14 Räume im sogenannten Sommerhaus des Schlosses werden in den kommenden Wochen mit etwa 400 Exponaten ausgestattet. 14 Räume, die gewissermaßen 14 Kapitel aus dem Leben Lindenbergs widerspiegeln - mit seinen Höhen und Tiefen, Erfolgen und Exzessen, mit Lindenberg als der "öffentlichen" und Lindenberg als der "privaten" Person.

14 Räume, die alle auch Bezug nehmen auf Songs des heute 66-Jährigen. "Zu sehen sein wird ein Panorama, das viele Facetten dieses Mannes aufzeigt. Er ist ja selbst so etwas wie ein Kunstwerk", sagt Patrizia Meyn.

Augustusburg ist damit die dritte Station der Wanderausstellung, die in Vorbereitung auf den 65. Geburtstag des Musikers im vergangenen Jahr zu Stande kam. "Er war sofort begeistert, sich auf einem richtigen Schloss präsentieren zu können, auch wenn er Augustusburg vermutlich bislang nicht kannte. Aber er hat ein grundsätzliches Interesse am Osten und fragte gleich nach Karl-Marx-Stadt", erzählt Meyn. Mit der Augustusburg gleich hinter den Toren von Chemnitz - Udos Karl-Marx-Stadt - und den für diese Schau nahezu maßgeschneiderten Räumlichkeiten für Sonderausstellungen habe sie rasch punkten können. Der eigentliche Kontakt kam aber über jene Fan-Familie zusammen, die mit ihrer privaten Udo-Sammlung einen eigenen Raum innerhalb der Schau bestreitet.

Fest steht, dass nicht nur alle Udo-Alben, etliche Gemälde und Likörelle (im Rausch entstandene Bilder), Instrumente, Schriftwechsel, Fotos, Mobilar und persönliche Habseligkeiten zu sehen sind. Die Dinge werden zum Beispiel auch verknüpft mit seinem politischen Engagement und stehen in Bezug zu solchen Hits wie "Ein Sonderzug nach Pankow" oder "Wozu sind Kriege da?" Schließlich gilt Lindenberg als einer, der beispielsweise mit Konzertauftritten in der DDR und in Moskau auf seine Art den Dialog zwischen Ost und West fördern half. Die Schau trägt damit auch dazu bei, ein Stück deutsch-deutsche Vergangenheit zu bewahren, sind die Organisatoren überzeugt.

Und sie gibt überraschende Einblicke in ein außergewöhnliches Künstlerleben. Sie spart auch eher peinliche Lebensabschnitte nicht aus. Im Kapitel "Unterm Säufermond" geht es um Alkohol und Malerei. Alle Ausstellungsvitrinen sind Transportkisten nachempfunden, in denen Instrumente und Technik für Konzerte verpackt werden - Spots setzen sie in das richtige Licht.

Derzeit laufen Gespräche, dass Lindenberg am Eröffnungstag selbst nach Augustusburg kommt. Die Zusage steht allerdings noch aus. Geplant ist ein etwa einstündiges Eröffnungskonzert am 17. August in der Schlosskirche. "Sagt Lindenberg zu, dann prüfen wird eine Übertragung in den Schlosshof, damit ihn möglichst viele Besucher erleben können." Denn in der Kirche würden nur maximal 260 Zuschauer Platz finden, erläutert die Schloss-Chefin.

Vorgesehen sind für die Ausstellung Ticketpreise von 8 Euro für Erwachsene, 6 Euro ermäßigt und 25 Euro für die Familienkarte. Für Schulklassen wird es an drei Wochentagen Sonderkonditionen geben. "Es sollen ja nicht nur Lindenberg-Fans auf ihre Kosten kommen. Das Schloss sieht sich mit jeder Ausstellung auch in der Pflicht, einen Bildungsauftrag zu erfüllen", sagt Patrizia Meyn. Beworben werden soll die Schau sogar auf der Internationalen Bustouristikmesse im Juli in Köln. "Ich bin mir ganz sicher, sie wird nicht nur eine Attraktion für Besucher aus Sachsen."

Freie Presse, 22.06.2012