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Udo Lindenberg gibt mitreißendes Konzert in Papenburg

Gegen „rechte Hetzer“

Aber Lindenberg hat auch etwas Ernsthaftes zu sagen. Vor „Wozu sind Kriege da?“ – bei dem Song wird er von einem Mädchenchor aus Düsseldorf begleitet – geißelt er die „Waffenindustrie, die Kriege inszeniert und Schampus säuft“, bezeichnet die Präsidenten Wladimir Putin (Russland) und Donald Trump (USA) als „Schwachmaten“ und reckt ihnen den Stinkefinger in den wolkenverhangenen Abendhimmel entgegen. Während des Klassikers „Führer“, bei dem er den Originalvers „diese neuen Nazischweine“ durch „rechte Hetzer“ ersetzt, flimmern auf einer Leinwand die Politiker-Konterfeis von unter anderem Trump, Erdogan, Frauke Petri, Geert Wilders und Marine Le Pen. Alle tragen bunte Partyhütchen.

Abschied im Raumanzug

Im Zugabenblock tauchen die Lindenberg-Klassiker „Sonderzug nach Pankow“ und „Alles klar auf der Andrea Doria“ auf. Zum Finale beim Song „Reeperbahn“ geht das Publikum begeistert mit. Am Ende geht – oder besser gesagt entschwebt – Lindenberg auf demselben Weg, wie er gekommen ist: mit dem Lift am Kran, diesmal aber mit einem Raketenstart im Raumanzug. Mit einem Feuer auf der Bühne und einem kurzen Feuerwerk dahinter geht ein packender Konzertabend zu Ende. Die Zuschauer sind begeistert. Eines steht fest: Papenburg hat einen Udo Lindenberg in Top-Form erlebt.

Die Besucherin Lisa Schippler schwärmt. „Das ist mein erstes Konzert von Udo. Ich wollte ihn gerne mal live sehen und das vor dieser Kulisse“, sagt sie. Schippler kommt aus Frankfurt/Main und war durch eine Freundin aus Ditzum auf das Konzert aufmerksam geworden.

Einsatzkräfte entspannt

Für die Einsatzkräfte verläuft der Konzertabend entspannt. Die Leute vom Malteser-Hilfsdienst müssen kaum eingreifen. Einige Besucher beklagen Kreislaufprobleme, einer muss vorsichtshalber ins Krankenhaus. Auch bei der Polizei bleibt die Lage ruhig. „Alles super entspannt“, heißt es.

Papenburg bleibt unterdessen im Konzertfieber. Zum seit Monaten ausverkauften NDR-2-Festival mit Jan Delay als Headliner werden am Samstag, 9. September 2017, 25.000 Musikfreunde erwartet. Mal sehen, wer „Quasimodo“ diesmal am besten die Stirn bietet. Das Festival beginnt um 15 Uhr. Als erstes wird Max Giesinger auf der Bühne stehen.

Text: Gerd Schade
Fotos: Tine Acke

Quelle: NOZ, 08.09.2017

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