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Udo rockt das Rheinland

25.05.2017

Nach seiner überaus erfolgreichen Stadientournee in den letzten Jahren denkt der Mann mit Hut und Sonnenbrille noch lange nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen.

Im Rahmen der „Stärker als die Zeit“-Hallentour habe ich heute im Düsseldorfer ISS Dome die Möglichkeit, die lebende Legende gemeinsam mit seinem Panikorchester live zu erleben. Die Halle ist ausverkauft, die Stimmung ungetrübt. Im vollen Foyer der Halle muss man hin und wieder genauer schauen, ob da nun der wahrhaftige Udo Lindenberg steht oder nur eins seiner unzähligen Doubles, die es sich nicht entgehen lassen, immer wieder als Fotomotiv freudiger Fans herzuhalten.

Pünktlich um 20 Uhr betritt Udo Lindenberg leichten Schrittes und mit Zigarre im Mundwinkel die Bühne und lässt sich von seinen Fans feiern. Mit seinem Panikorchester legt er gleich zu Beginn eine Performance hin, die ein durchschnittliches Konzert übertrifft und eher an ein Musical erinnert.

Mit einer Setlist, die 30 Songs und fast 2 ½ Stunden Show umfasst, bietet Lindenberg den Fans einen unvergesslichen Abend, bei dem jeder auf seine Kosten kommt. Der Mix aus jüngsten Stücken und uralten Klassikern fühlt sich an wie eine kunterbunte Zeitreise, auf die wir uns gerne von Udo mitnehmen lassen.

Udo, der vor genau einer Woche seinen 71.Geburtstag feierte, ist fit wie ein Turnschuh. Er singt, tanzt und hat einen Hüftschwung, von dem so mancher Jungspund nur träumen kann. Immer wieder nimmt er Anlauf und legt Sprints über die ausladende Bühne hin.

Dass es kein stinknormales Konzert werden würde, hätte im Vorfeld auch niemand verneint, so mittendrin ist alles allerdings noch ein wenig absurder und schöner. Während des Songs „Cello“, welcher dank Neuauflage mit Sänger Clueso vor ein paar Jahren auch den jüngeren Menschen gut bekannt ist, schwebt eine Artistin in einem Reifen über die Bühne.

Seine politische Meinung vertritt der Westfale ohne Scheu, überbrückt die Pausen zwischen den einzelnen Songs mit wichtigen Messages. Für den Song „Wozu sind Kriege da?“ holt er sich einen Kinderchor auf die Bühne, Gänsehaut im ganzen Saal!

Was wäre Udo Lindenberg eigentlich ohne sein selbsternanntes Lieblingsgetränk, den Eierlikör? Um darauf auch in Düsseldorf nicht verzichten zu müssen, wurde auf der imposanten Bühne eine Bar errichtet, an dessen Theke der Hausherr des heutigen Abends während des Konzertes immer wieder anzutreffen ist. Prost!

Das Glück in den Gesichtern der Fans ist unübersehbar. Es scheint, als seien alle froh, nach den Ereignissen in dieser Woche für ein paar Stunden der Realität entkommen zu sein, um mit Udo und seinem Panikorchester auf diese bunteste Reise des Jahres zu gehen.

Lieber Udo, ich ziehe meinen imaginären Hut vor dir und trinke einen Eierlikör auf dich, danke für diesen Abend!

Text: Anna Fliege
Foto: Tine Acke

Quelle: nrw-konzerte.de, 25.05.2017