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Udo rockte das Tannenhäuschen
04.09.2010 Wesel. Dröhnende Bässe. Mitten im Wald. Direkt an der Wellness-Oase. Im idyllischen Tannenhäuschen herrscht Panik-Stimmung. Das ist normal. Jetzt jedenfalls, denn es spielt das Panikorchester. Wesels Wohlfühl-Hotel am Freitagabend - gerockt von Udo Lindenberg.
800 Gäste sind an Bord. Dazu die Hotelgäste, von denen ein Teil auf ihren Balkonen in weißen und gelben Bademänteln tanzt und fleißig Handykameras aktiviert. Scampi-Spieße gibt es unter freiem Himmel und Bratwurst, Aperol und „Eierlikörchen a la Udo“. Alle hier sind heute Udo-Fans, Jung und Alt, Volltätowierte und Krawattenträger, die lokale Polit-, musische und sonstige Prominenz ebenso wie von weit her Angereiste, teils ganz eingefleischte Udo-Imitate.
Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp hat sich mit der neuesten Udo-CD vorbereitet. Sie darf die Ausstellung im Hotel-Inneren eröffnen. Gemeinsam mit Hotel-Chefin Christiane Hetzel, die „mit Udo groß geworden“ ist. „Seit Urzeiten“ kennt sie die Weselerin Petra Paßmann. Die wiederum ist mit Bertram Engel verheiratet, der für Udo am Schlagzeug sitzt, seit er 17 war, ihn seinen Meister und Mentor nennt. Sie haben in Köln und Spanien gewohnt und dann per Internet in Petras Heimatstadt eine alte Mühle gefunden, in der sie seit einem Jahr leben. Hier reifte ihre Idee einer Symbiose von Malerei und Musik.
„Tolle Idee“, fand Christiane Hetzel, zweigte einen Teil der Hotel-Tiefgarage ab, der in Rekordzeit musiktudiomäßig ausgebaut wurde. Bertram Engel und andere renommierte Schlagzeuger und Musiker wollen hier Wochenendseminare abhalten - Hotelangebote inklusive. Parallel dazu stellt seine Frau Bilder malender Musiker aus, von Peter Maffay bis Herman van Veen. „Rhythm & Art“ nennt sich das Ganze.
Nachts eingetrudelt und die Sauna getestet
Udo will dann auch mal kommen, aber jetzt ist er schon mal da. Um 2.30 Uhr in der Nacht angereist, gestresst von der Rockliner-Tour auf dem Schiff. Gemeinsam mit Gästen hat er die Hotel-Sauna „angetestet“, kommt mit zwei Bodyguards und Zigarre und fragt seine treuesten „Klabauter-Männer“ vor der Bühne, ob sie denn „gar nicht gepennt“ hätten.
Drinnen werden seine witzig-bunten Bilder bestaunt, nach den mit Likör gemalten gesucht und teils gleich für 2290 Euro gekauft, eingepackt und mitgenommen. Draußen findet es Udo „geil, hier zu sein“, in Wesel, wo er einst seinen Wehrdienst abgeleistet und in der Nähe Verwandtschaft hat. Die Bürgermeisterin lobt ihn, und er nennt sie „Tigerin von Eschnapur“.
Es wird geschlemmt für einen guten Zweck und dann gerockt. Lang und laut im Tannenhäuschen-Wald. Am Samstagmorgen, wenn Udo noch lange schläft, feiern die Bürger-Schützen hier ihr Schützenfest. Dann spielt das Tambourkorps.








