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Unterm Hut

Uwes Rockliner-Blog

06.09.2017 | Kommentare [1]

Wir sind wieder an Land. Und alle in dieser Leere. Fünf intensive Tage auf dem Rockliner fünf.

Viele Tränen flossen die Gangway gestern morgen in Kiel runter. Kleine Sturzbäche. Es waren ja nicht nur die Konzerte von Udo Lindenberg. Es war seine ganze Panik-Philosophie, seine Texte, seine Geisteshaltung. Er hat uns miteinander verbunden, die Passagiere, seine Musiker. Das ganze Schiff. Ein Kreuzfahrt-Kosmos. Udo schafft vielmehr als nur Musik. Er schafft ein Klima. Eines, das der Welt sehr, sehr gut tun würde. Von daher soll der letzte Blog das Gespräch mit Udo sein. Über dieses Klima. Und natürlich über die Seefahrt und den Rockliner:

Wie viel Ruhe hattest Du auf dem Rockliner?

Ich sach’ denen, wenn ich an Land gehe: Ich bin jetzt einer von euch, ich kann nicht den ganzen Tag nur Selfies machen, den ganzen Tag nur unterschreiben. Dann seh’ ich ja nix mehr von den schönen Städten. Das haben wir beim letzten Rockliner in Lissabon auch schon so gehalten, das hat gut funktioniert.

Die haben sich dann auch gedacht: Lass’ den Jungen auch mal in Ruhe mit uns rumstrolchen. Zum Beispiel in Kopenhagen an Land, Christiania ankieken, die alte Hippie-Stadt und den Tivoli. Der Rockliner ist ein schöner Tripp, alle sind happy, glückliche Gesichter.

Wie groß ist die Panik-Familie?

Also hier an Bord waren wir zweieinhalb bis dreitausend Leute. Und alle kennen ja die Songs schon so lange. Die sagen mir: „Ey, mit 17 war ich auch schon da, weißt Du noch Udo?“ Da sag’ ich dann: Ja, genau, da hast du auch schon sehr knusprig ausgesehen. Und jetzt immer noch so lecker. Etliche Jahrzehnte später. Die Songs haben sie ja begleitet durch weite Lebensstrecken.

Man sieht dann bei den Shows drei Generationen. Man sieht die kleinen Teenies heranwachsen zu stolzen, strammen Frauen. Und Knaben wachsen heran zu charmanten Männern. Und die Songs sind immer dabei und das erzählen mir die Leute ja auch: Bei harten Zeiten war der Songs dabei, bei geilen Zeiten dieser Song.

Wie waren die Rockliner-Konzerte für Dich?

Sie waren sehr persönlich. Ist ja echt anders, als in den großen Arenen, in den Stadien. Das ist ja sehr groß, sehr intensiv, wenn die da richtig Power machen. Und Du bist da einen Kilometer weit weg. Die Konzerte hier sind sehr nah. Hier kannst du praktisch jeden persönlich per Handschlag am Eingang begrüßen. Sind ja nur tausend Leute und die siehst du dann ganz genau. Die singen ja dann auch mit, ich reiche das Mikrofon dann auch immer in die Menge so rein, in diesem kleinen Club, bei diesem Kammerkonzert, diesen intimen Darbietungen. Und dann singen die eben auch mal ´ne Strecke. Sehr familär.

 
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