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Wie stehen Sie zu G-20, Udo Lindenberg?

04.07.2017

Udo Lindenberg ist wohl einer der berühmtesten Einwohner Hamburgs. Auch in seinem Zuhause, dem Hotel Atlantic, übernachten beim G-20-Gipfel Politiker. Lindenberg wird dann zwar nicht da sein, hat aber trotzdem Ideen, worüber er mit Angela Merkel und Justin Trudeau sprechen würde.

Wenn sich am 7. und 8. Juli die Weltpolitik zum G-20-Gipfel in Hamburg trifft, wird einer der wohl berühmtesten Einwohner der Hansestadt nicht vor Ort sein. Udo Lindenberg ist derzeit viel unterwegs, wie er im Interview erzählt.

Werden Sie während der G-20-Tage in Ihrem Zuhause, dem Hotel Atlantic sein?

Nein, ich bin nicht in Hamburg, sondern beruflich unterwegs.

Sind Sie froh während des Gipfels nicht in Hamburg zu sein? Im Hotel Atlantic wohnen ja auch Delegationen.

Stimmt, wäre jetzt auch ein bisschen schwierig da zu wohnen. Beim OSZE-Gipfel vor einem Jahr musste ich auch für ein paar Tage ausziehen – Tausende von Securityleuten, da kann man sich nicht mehr frei bewegen. Wäre ich da, könnte ich mit Merkel und Trudeau ja ein bisschen über die alternativen Politikansätze für eine fairere Welt von morgen, Menschenrechte, Abrüstung, Planetenerhaltung und die Zukunft von Afrika sprechen.

Wie finden Sie es denn, dass die Beiden in Ihrem „Wohnzimmer“ sind?

Die beiden sind mir jedenfalls eine ganze Ecke lieber als die Schwachmaten Trump und Erdogan. Die stehen für nationalistisches Gedröhn, Egomania und Isolation.

Gab es in den vergangenen Tagen denn bereits Auswirkungen der Sicherheitsmaßnahmen, die Ihr Leben eingeschränkt haben?

Nein, da war alles cool. Ich bin ganz normal durchspaziert. Alles easy! Die Polizisten haben sich bei mir Selfies und Udogramme geholt, ganz charmant waren die, wie immer.

Wie stehen Sie persönlich zu G-20?

Direktes Reden ist ja immer gut, das war ja auch mal die gute Idee von Helmut Schmidt. Der Standort ist allerdings fraglich. Hätten sie vielleicht lieber auf Helgoland machen können.

Also Ihrer Meinung nach ist Hamburg als Gipfel-Ort falsch gewählt?

Bringt jetzt die ganze Stadt durcheinander. Ich finde das ist ziemlicher Quatsch so mitten in Hamburg. Schön ist auf jeden Fall, dass es das Global-Citizen-Festival mit Coldplay, Shakira und all den anderen Musikern gibt – ist ja auch ’ne Aussage in Kombination mit den konstruktiven Weltzukunftsvorschlägen von vielen Demonstrations-Initiativen.

Interview von Bea Swietczak/RND
Foto: Tine Acke

Quelle: Leipziger Volkszeitung, 04.07.2017