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"Lasst uns aufstehen und die Kinder schützen!"

29.11.2018

Im Interview schildert Panikrocker Udo Lindenberg seinen Blick auf die Erde und erklärt, warum er den Traum vom Frieden noch nicht aufgegeben hat.

UNICEF: Lieber Udo, du hast in diesem Jahr eine galaktisch gute Grußkarte für UNICEF gestaltet. Würdest du selber gerne mal ins All reisen? Was würde dir wohl durch den Kopf gehen, wenn du die Erde aus dem Weltraum betrachten würdest?

Udo Lindenberg: Na klar, der Astronauten-Traum begleitet mich ja schon eine ganze Weile. Ich würde die Erde von oben als einen kleinen, verletzlichen blauen Planeten sehen, den wir Menschen nun endlich beschützen müssen. Wir gehen ja mit der Erde so um, als hätten wir zwei davon! Und das hat schlimme Folgen.
Nein – wenn die Kinder von 2020 nicht die letzte Generation sein sollen, muss endlich international gehandelt werden. Das heißt: Stopp den Klimawandel, stopp die Plastikvermüllung unserer Ozeane, stopp die Vernichtung von Regenwäldern!
Wer aus dem weltweiten Klimaschutzabkommen aussteigt und sich auf nationalistisches Gelaber zurückzieht, verrät die nächste Generation. Dieser kleine blaue Planet wird überzogen mit dem Blut sinnloser Kriege und dem ökologischen Untergang preisgegeben. Lasst uns aufstehen, die Kinder schützen und die Vergewaltigung von Erde und Natur beenden!!!

UNICEF: Dein aktueller Song heißt „Wir ziehen in den Frieden“ – da singst du „Ich hör' John Lennon singen ,Give Peace a Chance‘, und es klingt wie 'n Vermächtnis aus dem All“. Glaubst du, dass es für den Frieden noch eine echte Chance gibt?

Udo Lindenberg: Ja, wenn wir aufhören, uns an Kriege zu gewöhnen, als wären das irgendwelche Naturgewalten. Sie sind menschengemacht – und Menschen können sie beenden. Wie können wir zulassen, dass täglich Rüstungsgeschäfte in Milliardenhöhe durchgezogen werden, während gleichzeitig viele tausend Kinder, Frauen und Männer dem Hungertod zum Opfer fallen? Das ist der tägliche Krieg. Das ist das tägliche Verbrechen. Sind wir die stumme Armee und tragen das alles mit durch unser Schweigen? Es reicht! Gerade Deutschland muss vor dem Hintergrund zweier Weltkriege als friedenspolitischer Powermacher die Großmächte dazu drängen, diese verbrecherische, kamikazehafte Aufrüstung zu beenden und endlich wieder über Abrüstung zu reden. Stattdessen hat die Bundesregierung gerade ihren sogenannten Militärhaushalt um viele Milliarden erhöht. Eine Schande.

UNICEF: Im Moment ist ja auch unser UNICEF-Botschafter Alexander Gerst im All unterwegs. So von Udonaut zu Astronaut – was würdest du Astro-Alex gerne mal fragen?

Udo Lindenberg: Ich würde ihm wahrscheinlich sagen: ‚Hi Alex, ich würde gerne mal mitfliegen, siehst du da ne Chance für nen guterhaltenen alten Rocker wie mich? Mit Schleudertests und Zentrifugal-Kräften kenn ich mich ja schon gut aus, von der Rock n Roll-Bühne her… und wann geht‘s zum Mars? Astro Alex, bist du dabei? No Panik, Dein Udonaut‘

UNICEF: Lieber Udo, danke für das Gespräch!

Das Interview mit Udo Lindenberg führte UNICEF-Kollegin Claudia Berger aus dem Team Public Relations.

Die neue UNICEF-Karte von Udo Lindenberg ist hier erhältlich (solange der Vorrat reicht).

Foto: Tine Acke

Quelle: Unicef, 30.11.2018