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Fragen an Udo Lindenberg

09.07.2019

Die allermeisten Shows sind längst ausverkauft: Oberhausen am 9. Juli 2019 und schließlich Dortmund am 12. und 13. Juli 2019. Aber wir werden Sie natürlich über Udo Lindenberg in NRW umfassend informieren. Vorab haben wir ihn bereits exklusiv getroffen und ihm unsere Fragen gestellt.

Was würden Sie einem Marsmenschen zuerst von der Erde zeigen?

"Einem Marsmenschen würde ich erst mal die "Panik-Familie" zeigen, dass es die auch hier gibt, neben so vielen Idioten, Kriminellen und Verbrechern, die die Erde hier zugrunde richten, die Klimakatastrophe leugnen und dergleichen. Dass es hier auch zum Beispiel "Friday’s For Future" gibt, in den Straßen. Dass es hier eine ordentliche Band gibt. Also, der Rock’n’Roll steht ja eigentlich für Frieden, für Freundschaft, für Weltoffenheit und für wir schützen unseren Planeten. Denk mal 50 Jahre zurück: 'Woodstock'! Da wurde ja auch so ein Feuer gesetzt und diese Fackel tragen wir ja auch weiter. Diese Flamme der Revolution und des Aufbegehrens, gegen alte Schweinepolitik, die uns nicht weiter bringt."

Wie sieht es in Ihrem Kleiderschrank aus?

"Nein, den habe ich glaube ich gar nicht. Das macht ja auch die Zarin bei uns, die Zarin macht die ganzen Klamotten. Sonst bin ich ja immer in meinen Tarn-Hoodies, ich bin ja meistens mit Tarnung unterwegs, so in den großen Städten: Berlin, New York, London. Hamburg, auch Reeperbahn, immer gut getarnt. Keine Brille, außer einen Hoodie. Ich gehe dann auch anders, nicht so sexy! Ich gehe ein bisschen "holter-die-stolper", ja, ein bisschen leicht gebeugt. Und ich brauche da auch nicht viele Klamotten. Also, ich habe keinen Anzug oder so. So einen Scheiß brauch ich gar nicht."

Gibt es etwas, was Sie an sich selbst nicht leiden können?

"Manchmal bin ich ein bisschen ungeduldig vielleicht, aber eigentlich schnell und gut. Sag ich auch immer: schnell und gut, ein Mann mit Hut. Ich mal ja auch und mach das eigentlich alles ganz gerne. Was ich an mir selbst nicht mag? Das auch so ein bisschen komisch, als wär gar nichts. Aber guck mal: Ich hatte ja jetzt wirklich auch genug Zeit, die Sachen, die ich an mir nicht mochte, irgenwie auch abzustellen. Vielleicht Jähzorn und manchmal auf der Bühne auch so rumschreien, wenn es nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle. Dann Nervenflattern. So Gröhlerei und früher auch voll breit, eine halbe Flasche Whiskey im Kopf. Ich bin jetzt so irgendwie entspannter. Heißt nicht ruhiger, aber entspannter. So eine Art asiatische Gelassenheit. Und die Show ist auch wirklich so geil. Und die sind mit solcher Liebe und mit solcher Leidenschaft dabei, die verdienen es nicht, von mir irgendwie blöd angemacht zu werden, sondern ganz im Gegenteil. Wir liegen uns ständig in den Armen und wir freuen uns wahnsinnig, dass wir zusammen auf Tour sind, unsere "Panik-Familie" wieder."

Text: Thomas Steinberg
Foto: Tine Acke

Quelle: WDR.de, 08.07.2019