Der unvermeidliche Hut, authentische Emotionen und einen Haufen Zugaben: Udo Lindenberg hat in Stuttgart einen grandiosen bunten Abend für alle Altersgruppen veranstaltet.
Das war Panik pur, wie Udo sagen würde. Und das gleich von Beginn an. Es machte Zisch und Bumm und Bang, dann schoss ein Flammenstrahl in die Höhe, dazu eine gigantische Rauchsäule, der Vorhang fiel und auf einer runden Empore schwebte langsam ein Mann im Astronautenanzug zu den ersten Akkorden von „Woddy Woddy Wodka“ von der Decke auf die Bühne. Drin steckte natürlich Udo, der Udonaut und was hatte er unter seinem Astronautenhelm? Klar, seinen Hut! Schon ab da stand wohl für jeden der 6.000 Fans in der ausverkauften Stuttgarter Porsche-Arena fest: das wird ein ziemlich bunter Abend werden.
In den besten Momenten zaubert Udo eine Magie in die Halle, die schwer zu beschreiben ist. Egal ob „Seemann“, „Daumen im Wind” in einer Unplugged-Version oder „Ich lieb’ dich überhaupt nicht mehr“, die Songs von Udo Lindenberg transportieren Emotionen, die authentisch, berührend und packend zugleich sind. Man schwankt zwischen Gänsehaut und Partyseligkeit, aber nie plump, sondern immer mit Anspruch. Getragen wird das ganze von seinen exzellenten Musikern, dem Panik-Orchester, oder wie Udo sie liebevoll nennt, „die älteste Boygroup der Welt mit über 450 Jahren Bühnen-Erfahrung”.
Mit einer wunderschönen Version von „Hinterm Horizont” endet nach fast zwei Stunden das reguläre Set, aber Udo wäre nicht Udo, wenn er hintendran nicht noch ein halbes Dutzend Zugaben draufpackt, darunter ein Medley aus „Sonderzug nach Pankow“ und „Andrea Doria“. Am Ende schwebt der Astronaut wieder nach oben und lässt uns ein bisschen glücklicher als vorher zurück. Udo Lindenberg mag nicht der beste Sänger der Welt oder der talentierteste Musiker auf diesem Planeten sein, aber das spielt auch nicht die geringste Rolle: Der Mann ist ein zeitloses Unikat, der Musikfans aller Altersgruppen begeistert. Er macht einfach nur „Sein Ding“ und das macht er großartig und unnachahmlich wie kein Zweiter. Deshalb: Hut ab Udo Lindenberg!