Udo Lindenberg lockte im Rahmen seiner "Ich mach' mein Ding"-Tour rund 10.000 Thüringer in die Messehalle. Der Erfurter Clueso entstaubte für den Panik-Präsidenten das Cello.
Erfurt. Udo Lindenberg liebt große Auftritte. Lässig schwebt er auf die Bühne der Erfurter Messehalle herab - in einem gigantischen Zeppelin. Und dazu stürmt der Hit "Odyssee" aus den Boxentürmen. Das Panik-Paradies öffnet sich: für 10.000 Thüringer Fans.
Klar, Lindenberg trägt Hut und fenstergroße Brille. Mit diesen Accessoires, seiner Röhrenhose und dem Tänzelgang hat sich der Panik-Präsident unverkennbare Markenzeichen verpasst - und über die Jahre ist der mittlerweile 65-Jährige zu einem deutschen Gesamkunstwerk mutiert.
Dabei ist die Tatsache, dass er nach all seinen Exzessen überhaupt noch lebt, das Phänomen an sich. Wahrscheinlich sind auch deshalb die Konzerte in Erfurt und in ganz Deutschland seit Monaten restlos ausverkauft. Udo, darin sind sich alle einig, ist ein Rockstar - vielleicht sogar der letzte seiner Art.
Ein Rockstar weiß, wie er das Publikum verführt. Lindenberg singt, nuschelt meist, er dirigiert mit einem Fingerschnipsen das Panik-Orchester und gibt sich politisch-rebellisch. Fast drei Stunden lang mixt er alte und neue Hits, Lindenberg besingt das "Mädchen aus Ostberlin" und fragt: "Was hat die Zeit mit uns gemacht?". Er schippert auf der "Andrea Doria" und lässt das "Straßenfieber" grassieren. Keine Frage, der Greis ist heiß, wie eh und je wirbelt das Mikro durch die Lüfte.
Natürlich darf auch ein brandaktueller Klassiker nicht fehlen: Gemeinsam mit dem Erfurter Fast-Superstar Clueso hat er das "Cello" entstaubt, das so lange im Keller stand.
Nach einem grandiosen Konzert entschwebt Udo Lindenberg - im ufogleichen Zeppelin. Zurück bleibt die Überzeugung: dieser Rockstar ist unkaputtbar, er ist "Stark wie zwei".
Text: Peter Rathay