27. Mai 2005 "Das Lindenwerk" erscheint an Udo´s Geburtstag am 17.05.2005

Schwarzkopf & Schwarzkopf bringt jetzt die umfassendste Zusammenstellung von Lindenbergs Malereien und Likörellen auf den Markt:

UDO LINDENBERG - DAS LINDENWERK
MALEREI IN PANIKCOLOR · MIT AUSGEWÄHLTEN TEXTEN

Udo Lindenberg zieht nach 16 Ausstellungen und unzähligen Bildern mit dem »Lindenwerk« das persönliche Resümee seiner Malerei. Entstanden ist ein Lindenbergscher Genuss für die Sinne, der in keiner Sammlung fehlen sollte. Von Udo Lindenberg selbst ausgewählte Songtexte, Zitate und Sprüche geben dem Kunstbildband eine zusätzliche und zugleich unverwechselbare Note.

Das Buch
Kein Geringerer als Joseph Beuys brachte Udo Lindenberg dazu den Pinsel in die Hand zu nehmen. Er regte Lindenberg an es »einfach zu machen«, denn laut Beuys ist jeder in allen Bereichen des Lebens ein Künstler.
Lindenberg: »Es ist wichtig, sich kreativ zu betätigen. Auch wenn man es nicht gelernt hat, sollte man den Mut haben, sich gegen alle Gesetze zu stellen und es in einer erfrischenden Frechheit einfach tun. Daraus entstehen manchmal die schönsten Machwerke.«

Der Inhalt
Angefangen hat Udo Lindenberg mit den Udogrammen – kleine Frauchen und Männchen mit Hut – woraus sich mit der Zeit seine Malerei entwickelte. So entstanden seit 1995 Projekte und Zyklen wie der Kosmos-Kalender, die Panik-Figuren, die Panik-Comics und die Likörelle (eine patentierte Erfindung Lindenbergs), kreiert an den Bars dieser Welt.
Anlässlich Goethes 250. Geburtstages malte Udo Lindenberg 1999 den »Faust«-Zyklus für eine Ausstellung in der Kunstsammlung Weimar. »Da hingen dann also meine Werke neben Leonardo Da Vinci, und ich fühlte mich als Universaljongleur wirklich in exzellenter Gesellschaft.«
Für die Initiative »Rock gegen rechte Gewalt« folgte wenig später die Reihe »Die Pimmelköppe«, Nazischweine und Skinheads – mit Blut und Erde gemalt.
Der Zyklus »Die 10 Gebote« bildete 2003 einen weiteren kreativen Akzent des »Strichers von St. Georg« (Udo über Udo). Auf einem Sonderzug der Deutschen Bahn fuhren seine Malereien im Jahre 2003 durch die Bunte Republik Deutschland.

Die Daten
UDO LINDENBERG - DAS LINDENWERK
MALEREI IN PANIKCOLOR · MIT AUSGEWÄHLTEN TEXTEN
In Zusammenarbeit mit Ralph Larmann und Tine Acke
288 Seiten, ca. 300 Abbildungen
Premium-Hardcover mit Schutzumschlag im Großformat 24 x 30 cm, fadengeheftet, schweres Bilderdruckpapier, durchgehend farbig gedruckt.

VÖ "Das Lindenwerk" 17.05.2005
Preis: 49,90 EUR
http://www.schwarzkopf-schwarzkopf.de

"Ich bin das Medium, und es malt durch mich hindurch. Ha ha ha."

Udo Lindenberg ist der beste Beweis dafür, daß man sich auch noch mit fast 60 Jahren wie ein Kleinkind freuen kann. "Mir fliegt gleich der Hut weg. Indianerschrei", ruft er in die vornehme Lobby des Atlantic, was hier keinen stört, schließlich lebt der Musiker schon seit Jahren in dem Hotel. Mit beiden Händen, sichtlich bewegt, umklammert Udo Lindenberg das erste Exemplar seines ersten Kunstbuches, 288 kunterbunte Seiten mit seinen Bilderwerken aus den vergangenen zehn Jahren.

Udo, der Musiker? Kein Thema, den kennt jeder. Aber Udo, der Zeichner, der muß sich noch einen Namen machen. Schließlich hat er einen eigenen Stil geschaffen: den Lindiismus, der, wie er sagt, die "Heiligkeit des Individuums" ausdrückt. Oder einfacher: "Jeder kann Kunst praktizieren, auch wenn er es nicht gelernt hat." So wie Udo Lindenberg, der in der Musik wie auch beim Malen ein Naturtalent ist und keine Stunde Unterricht genommen hat.

Als bekennender "Straßenstricher" und "Kneipenmaler" zeichnet er Cartoons, die sein Leben ausmachen: "Sex, Erotik, Politik, Späßchen, Provokation und Pimmelköpfe, also Nazis." Und das gar nicht mal schlecht. Die Bilder sind witzig und hintergründig, hübsch koloriert und originell - besonders die Likörelle, eine von Lindenberg patentierte Erfindung. Das sind Bilder, die er mit bunten Likören malt, oft unter dem Motto des Alkohols ("Schnapsdrossel", "Katerfrühstück"), und die er besonders gut auch ins Ausland verkauft. Eine spezielle Fixationslösung und lichtabweisendes Glas sollen für eine mindestens 500jährige Haltbarkeit der Kunstwerke sorgen.

Zwischen 700 und 1000 Euro kostet so ein Likörell, für einen armen Schlucker auch mal gar nichts. "Meine Preise richten sich nach dem Reichtum des Interessenten. Wenn einer Panikexperte ist und nichts in der Handtasche hat, schenke ich ihm eins." So wie dem Kanzler und seiner Doris, die übrigens, ganz nebenbei, mit ihm zusammen vor dem russischen Präsidenten Putin singen möchte. Am liebsten das Lied "Horizont", eben was mit Symbolcharakter.

Denn bei Udo Lindenberg wird nichts in der Öffentlichkeit einfach nur so gemacht, es braucht einen tieferen Sinn, eine Genialität, was Besonderes. So ist es natürlich auch nicht er, der malt, sondern es sind "Energieschübe, die aus dem All kommen. Ich bin dann das Medium, und es malt durch mich hindurch", sagt er und lacht sein tiefes, kurzes "Ha, ha, ha".

Diese kreativen Schübe bekommt der Künstler besonders oft in seinem "Spitzweg-Stübchen", dem kleinen Atelier, das ihm die Hotelleitung im Dach eingerichtet hat. Es liegt im obersten Stock hinter einer unscheinbaren Tür, man muß vorbei an Wäschesäcken und abgetretene Stufen hinauf, ein Künstler-Paradies praktisch direkt unter dem Himmel. Mit Blick zu den Sternen und über die Dächer Hamburgs und auf die Kunsthalle, als ständige Mahnung, daß dort noch immer kein Lindenberg hängt.

Schließlich hat das Lokal "Die Ritze" auf der Reeperbahn auch Bilder von ihm ausgestellt, hängen seine Likörelle auf dem Weg zum Damenklo im Atlantic-Hotel, und neben einem Leonardo-da-Vinci-Bild hing Lindenbergs "Faust-Zyklus" in Weimar auch schon mal. Letzteres war für den Panik-Pinsler wieder mal ein Zeichen dafür, daß "alles für mich möglich ist. Leonardo war auch ein Universalgenie".

Die Wörter Demut und Bescheidenheit kennt Lindenberg nicht. Warum auch? Er liebt es aufzufallen, "mich kennt jedes Kleinkind".

Der Sohn eines Installateurs aus dem westfälischen Gronau glaubt, mit Hut und seiner Sonnenbrille, die ein Drittel des Gesichts bedeckt, nicht nur eine "verläßliche Konstante in der unruhigen Welt" zu sein, sondern auch Distanz schaffen zu können. Ein Stück Intimsphäre, die es im Hotel sonst selten gibt. Die Bar ist sein Wohnzimmer, die Kellner sind seine Freunde und seine Suite im zweiten Stock ist eine Tabuzone für Journalisten. Hier hat nur der "Lindi-Clan" Zutritt, seine große Familie, die ihn inspiriert, kritisiert und die das Glück hat, auch mal ein Panik-Bild umsonst zu bekommen. Wer weiß, was das in 100 Jahren so wert ist, schließlich hat da Vinci auch mal günstig angefangen.

Quelle: Hamburger Abendblatt (14.05.2005)



Kunst in Likör - Udo Lindenberg legt mit dem Bildband «Das Lindenwerk» eine künstlerische Gesamtschau vor

«Eierlikör macht blond», sagt Udo. Und schon bekommt die Schöne mit den Riesenklimperwimpern etwas Farbe. Noch ein bisschen Blue Curacao hier, etwas Rote Grenadine da, ein wenig Magenbitter, ein paar Striche mit Campari verwischen. Ganz easy. Schon liegt ein neues Likörell auf dem Tisch in Udo Lindenbergs «Wohnzimmer», der Bar im Hamburger Hotel Atlantic. Nebenan in einem Gang hängt eine ganze Galerie dieser süßprozentigen Werke, einige davon ganz neu, eine Serie «aus dem Puff, noch etwas unausgegoren», wie der Meister meint, ein paar Impressionen von Sylt. Doch auch etliche Klassiker, die sich jetzt in einem druckfrischen Bildband wiederfinden, der nächste Woche auf den Markt kommt.

«Udo Lindenberg - Das Lindenwerk» ist ein persönliches Resümee seiner Malerei und schließt als künstlerische Gesamtschau an seine im vergangenen Jahr veröffentlichte Autobiographie «Panikpräsident» an. Auf knapp 300 großformatigen Seiten sind Lindenbergs schönsten Likörelle, seine besten Zeichnungen und seine berühmten Zyklen zusammengefasst, die er seit zehn Jahren auf Leinwand und Papier gebracht hat, ergänzt durch ausgewählte Songtexte und eigene Zitate sowie Erinnerungen von Freunden und Wegbegleitern.

Udo hält sein «Lindenwerk» an diesem Tag selbst zum ersten Mal in der Hand. «Das ist ganz berührend, das ganze Oeuvre und so, das bewegt mich. Sonst hat man nur immer hier mal ´n Zettel, da mal ´n Blatt.» Darauf gibt es «Eierlikör, na klar, zur Feier des Tages». Er ist begeistert, vor allem davon, dass die Farben seiner Likörelle so gut rüberkommen. «Das sind ja ganz spezielle, sehr schöne leuchtende Farben. Die müssen ja 500 Jahre halten», sagt er. «Früher haben die Leute mal Aktien gekauft, heute dagegen meine Bilder.»

In elf Kapiteln finden sich die «Panikmetropolen» ebenso wie «Leibesertüchtigung» und «Nackte Akte», «Kumpels & Kollegen» oder die karikierten rechtsradikalen «Pimmelköppe», aber auch Zyklen wie «Die zehn Gebote», der Kosmos- und der Faust-Zyklus und sämtliche Waggons des von ihm gestalteten «Sonderzugs nach Pankow». Und natürlich die berühmten Likörelle. Darunter auch eines seiner Lieblingsmotive: Variationen darüber, dass jeder irgendwie «einen Vogel hat». Es sei eben wichtig, ein bisschen verrückt zu sein: «Ver-rückt sein, also weggerückt vom Normalen, schön crazy, schöne bunte Fantasien - das finde ich gut und auch sehr wichtig.» Eben ganz im Sinne der «Bunten Republik Deutschland», die er propagiert.

Es hat sich rasch rumgesprochen, dass Udos «Lindenwerk» fertig ist. Wer im Atlantic absteigt, gratuliert erst mal, Musikerkollegen kommen, Schauspieler. Denn die Bilder im Buch erzählen nicht nur Geschichten, sie haben auch Geschichte. Showmaster Dieter Thomas Heck ist begeistert, dass er vor allem den Faust-Zyklus wiederfindet, mit dem Udo 1999 zum 250. Geburtstag Goethes in den Weimarer Kunstsammlungen brillierte. Noch heute findet er es «einfach eine tolle Idee», dass Udo bei der Gelegenheit auch aufräumte mit dem unseligen Mythos um die «Führer-Suite» im Hotel Elephant in der Klassiker-Stadt und das berüchtigte Appartement 100 kurzerhand zur «Lindenberg-Suite» erhob.

Nach bislang 16 Ausstellungen zu seinen mehr als 2000 Bildern und Zeichnungen will Udo mit dem «Lindenwerk» nun vor allem eine weitere Seite seines «Universaltalents» zeigen, wie er es nennt. Als Cartoonist und Zeichner sieht er sich als «Stricher», der das Leben in Kneipen, Bars und auf der Straße einfängt. Es ist das pralle, nackte Leben ebenso wie seine Auseinandersetzung mit «Nazischweinen und Skinheads», gegen die er seine «Pimmelköppe» malt und die seiner Meinung nach verboten gehören.

Und was braucht es für eine besondere Inspiration zu einem Likörell? «Alles, was einem so in den Kopf kommt. Ich sitz´ da manchmal so an der Bar hier in meinem Hotel, und dann möchte da einer ein Autogramm, und dann denke ich: Da malst du da gleich eine kleine Zeichnung, und dann hast du Likör, in dem sich das Licht so schön bricht. Eierlikör ist ´ne tolle Farbe.» Und schon taucht er den Finger hinein. Für die blonden Haare.

Quelle: ddp (10.05.2005)

Neues Buch von «Panik»-Maler Udo Lindenberg

Wenn Rockmusiker Udo Lindenberg (58) über seine andere Leidenschaft - die Malerei - spricht, zitiert er gern den «highligen Panik-Geist»: «Es nicht gelernt zu haben, es dennoch zu tun, darin besteht die Chance zu wirklich Neuem.»

Eine Aufforderung, der sich der in Hamburg lebende Künstler schon seit Beginn seiner Karriere unbeirrt stellt - seit mehr als drei Jahrzehnten als Sänger, seit zehn Jahren nun auch als Maler. Kritik habe ihn noch nie von etwas abgehalten, sagt der Musiker, der an seinem 59. Geburtstag (17. Mai) in einem Buch das persönliche Resümeé seiner Malerei vorlegt. Udo nimmt es mit Humor: «Singen kann er nicht, dafür kann er auch nicht malen.»

Dabei nimmt die Malerei, die mit gelegentlichen «Udogrammen» - ironischen Selbstporträts - begann, inzwischen immer mehr Platz im Leben des Rockstars ein. Längst malt er nicht nur an der Bar seines Heimat-Hotels «Atlantic», in dem der prominente Hutträger seit Mitte der 90er Jahre lebt, sondern bringt seine Bilder im eigenen Dachatelier zu Papier. «Die Ideen zu meinen Motiven kommen mir überall. Es malt einfach durch mich hindurch», erzählt er. Nur eine Bedingung scheint es für den «Panik-Geist» zu geben: Draußen muss es dunkel sein. «Ich arbeite nun einmal nur nachts, gehe nie vor 6.00 Uhr morgens ins Bett.» Und trotz so mancher Alkoholexzesse und Partys - die Kreativität als Maler hat er sich erhalten.

Unzählige Gemälde, Collagen, Comics und Zeichnungen sind seit den «kosmischen Anfängen» 1995 - inspiriert von Texten seines «Kosmos»- Albums - entstanden, 16 Ausstellungen zeigten die andere Seite des «Panik-Rockers». Sein Geburtstagsgeschenk an sich selbst, das 288 Seiten und 300 Abbildungen umfassende Buch «Udo Lindenberg - Das Lindenwerk» (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 49,90 Euro), vereint die schönsten Werke. «Dass sich das so entwickelt, hätte ich nie geglaubt. Eigentlich waren die Rollen in unserer Familie klar verteilt», meint der gebürtige Gronauer, dessen Bruder Erich als Maler in München lebt. Ermutigt habe ihn der Satz von Joseph Beuys, jeder Mensch könne ein Künstler sein. Udo: «Geheiligt sei die phantastereibeflügelte Hausfrau.»

Seine eigenen Fantasien machen auch beim Malen vor nichts Halt. Zunächst nahmen «Panikfiguren» wie Rudi Ratlos oder Elli Pyrelli Gestalt an. Später scheute der stets auch gesellschaftlich wie politisch engagierte Sänger auch große Themen wie «Die zehn Gebote» oder «Faust» nicht. Spielerisch, ironisch, unbefangen griff er mit unterschiedlichsten Ideen zum Pinsel, blieb sich dabei aber immer - wie auch in Musik und Show - treu. Unverwechselbar wie der Nuschelgesang und das Outfit des Rockers sind auch seine Malereien.

Und die «Lindenwerke» fänden immer mehr Käufer, berichtet der Künstler. «Ist doch eine super "Panik-Rente", jedes Bild wird mal ein Vermögen wert sein.» Besonders beliebt sind die so genannten Likörelle - Udos patentierte Malereien in Alkohol, die für rund 700 Euro zu haben sind. «Die knallbunten Likörfarben eignen sich super zum Malen, mit meinem Lieblingsgetränk Eierlikör blondiere ich immer.» Ein weiteres Highlight aus dem Lindenberg-Atelier soll ebenfalls bald wieder zum Einsatz kommen - der «Ejakulator», ein Farben spritzendes Schlagzeug. Einige Werke dagegen werden seine Fans wohl nie zu sehen bekommen: Bilder von Freunden und verflossenen Lieben. «Die verkaufe ich nie, sind zu privat», sagt Udo.

Quelle: dpa (10.05.2005)