13. November 2014 Das Unmögliche möglich machen

Quelle
rockszene.de (Andreas Haug)

Udo Lindenberg besuchte Hannover vor der Stadion-Show

Es war ein Medientermin der etwas anderen Art am gestrigen Mittwochnachmittag im V.I.P.-Raum der HDI Arena in Hannover, wo Udo Lindenberg seine Stadion-Show vorstellte, die im nächsten Sommer, am Freitag, den 10.Juli 2015, auch hier über die Bühne gehen wird. Statt nüchterner Konferenz-Atmosphäre an Tischen mit Mineralwasser, wurde daraus eine Art Presseevent mit Live-Einlagen und einigen durchaus spannenden Hintergrundinformationen. Die Show wird in guter Lindenberg-Tradition eine Revue werden, jedoch viel größer und spektakulärer als je zuvor. Rund 100 Künstler werden auf der Bühne erwartet.
Manche kleine und unbekannte Band würde sich zu ihrem Konzert so viel Publikum wünschen, wie Medienvertreter zum Presse-Event mit Udo Lindenberg in den V.I.P.-Raum in der HDI Arena gekommen sind. Überall Journalistinnen und Journalisten, TV-Kameras, Fotoapparate und Mikrofone.

Der Panikrocker wünscht gegen 16.20 Uhr erstmal einen „Guten Morgen“ und zieht an seiner dicken Zigarre. Es erfülle ihn mit sehr viel Glück, nach 45 Jahren Karriere, in diesem und im nächsten Jahr große Stadionkonzerte in Deutschland zu spielen. Düsseldorf und Leipzig waren im Sommer bei jeweils zwei Shows ausverkauft, 2015 sind noch weitere Stadionkonzerte in Hannover, Berlin und Frankfurt terminiert.

In Hannover ist die Auftaktshow, weshalb Lindenberg mit seinem großen Tross an Künstlern und Technikern schon rund 14 Tage vor dem Open-Air-Event in der „Hardrock-City-Hannover“, wie er die Leinemetropole nennt, zugegen sein wird, um sich hier vorzubereiten und zu proben.

300 Techniker, 100 Künstler – Clueso mit dabei

Wenn es in Stadien geht, dann wissen große Bands und Veranstalter für gewöhnlich von „Sensationen“ zu berichten. Das Live-Geschäft in dieser Liga kennt in der Regel nur „Größer-Höher-Schneller-Weiter“. Da glaubt man als Konzertgänger schon alles gesehen und gehört zu haben was geht, da setzen Udo Lindenberg und sein Team augenscheinlich noch einen drauf.

300 Techniker und 100 Künstler werden an der Show beteiligt sein, musikalische Gäste wie Clueso, Jan Delay oder Stefan Raab werden integriert. „Stefan Raab ist ein Hammer-Drummer“, sagt Lindenberg schmunzelnd ob des Reimes und mit Clueso sei er auch gut befreundet, gehe ab und zu bei seinen Shows als Gast auf die Bühne, erklärt Udo Lindenberg weiter, der auch seine Freundschaft zu Hannover 96-Boss Martin Kind betont, der ebenfalls der Einladung zum heutigen Event gefolgt ist.

Regisseur des Live-Spektakels ist Hannes Rossacher, der unter anderem durch seine Arbeiten für die Band Queen einen weltweit exzellenten Ruf erlangt hat. Entworfen wurde alles in Mannheim, im so genannten Showlabor, wo der Heidelberger Lichtdesigner Günter Jäckle die Bühne und alle Elemente wie Ufos, Raketen, LED-Wände, Catwalk und Deko im Maßstab 1:10 nachgebaut hat, um hier die gesamte Show detailgetreu zu konzipieren. „Udo fordert uns bis an die Grenzen und wir haben versucht, das Unmögliche möglich zu machen“, sagt Jäckle.

Mit Ufos im und anderen Fluggeräten durchs Stadion

Da wären beispielsweise die Ufos oder die Fluggeräte mit denen Lindenberg durch das ganze Stadion schweben kann und auch will: „Ich hatte mir gedacht, Stadion-Shows sind eigentlich anonym, die Leute viel zu weit weg, da muss ich zu ihnen hinkommen und sie auch in den hintersten Reihen und Kurven von Angesicht zu Angesicht sehen, da haben wir diese Fluggeräte entwickelt“, erklärt der Sänger und Entertainer und fasst den Aufwand knapp zusammen: „Was es nicht gibt, wird eben erfunden“.

Die Udo-Lindenberg-Stadion-Revue sei ein Gesamtkunstwerk, was man in dieser Form weltweit zuvor nicht gesehen habe, sind sich die Macher einig.

Er sei voll mit der Show beschäftigt und komme derzeit nicht so häufig dazu, an neuen Songs zu arbeiten, erklärt der Rockstar. Es erfordere hohen Einsatz und Planungen ein theoretisches Repertoire aus 600-700 Songs auf ein 30 Titel umfassendes Stadionkonzert zu bringen, dabei die Dramaturgien mit einzubeziehen und auch politische und soziale Statements zu geben, die es auch 2015 und auch in Hannover geben werde, wie Lindenberg unterstreicht: „Es ist nicht nur Entertainment“, so der Rocker.

Eierlikör zum Abschluss

Derzeit sammle er Themen für ein neues Album, das ebenfalls im kommenden Jahr erscheinen soll und während er den Raum im Stadion von Hannover mit seiner Zigarre vollpafft, stellt er fest, dass er sowas wie die „Unkaputtbare Nachtigall“ ist, nach respektablen 45 Jahren im Musik-und Showgeschäft.

Zum Abschluss des offiziellen Teils des heutigen Pressevents gibt Lindenberg mit einem Teil seiner Band und zahlreichen Mitgliedern der Düsseldorfer Kinder-Sing-und Tanzgruppe „Kids On Stage“ einige Akustik-Showeinlagen. Der Applaus kann ihm und allen Beteiligten sicher sein. Als dann noch für die Anwesenden Eierlikör in kleinen Eiswaffel-Trinkgefäßen mit Schokoladenrand gereicht werden, ist man sich sicher, hier nicht nur einen reichlich außergewöhnlichen Medientermin wahrgenommen zu haben, sondern am 10.Juli 2015 in Hannover auch eine ebensolche Show zu erleben.

Tickets sind im Vorverkauf erhältlich, online unter anderem über die Website des örtlichen Veranstalters Hannover Concerts, wo es auch weitere Infos gibt.