13. April 2005 Kanzler und Udo

Der offizielle Nachrichtendienst der Bundesregierung "Regierung Online" würdigt Udos Ausstellung so:

"Keine Panik" - Bundeskanzler Schröder eröffnet Udo Lindenberg-Ausstellung

Dem "politischen" Musiker und Maler Udo Lindenberg wurde im Palais Schaumburg eine besondere Ehre zuteil. Bundeskanzler Gerhard Schröder war eigens aus Berlin an den Bonner Sitz des Bundeskanzleramtes gereist, um die Ausstellung "Udo Lindenberg - Bilder und Zeichnungen" vor rund 200 geladenen Gästen gemeinsam mit dem Künstler zu eröffnen.

Dabei nutzte der Kanzler die Gelegenheit, auch dem Menschen Lindenberg für sein Engagement zu danken: etwa für seine Initiative "Rock gegen Rechts", die immer noch aktuell ist, oder für seine Rockshow "Atlantic Affairs", "die den vertriebenen Künstlern des Dritten Reiches nicht nur ein Denkmal setzt, sondern sie auch in die Gegenwart zurück holt", so Gerhard Schröder in seiner Eröffnungsrede am 13. April.

Mit Blick auf den 60. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges am 9. Mai erinnerte Bundeskanzler Schröder an die Verabredung Udo Lindenbergs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, im Sommer und Herbst zwei Konzerte in Sankt Petersburg mit russischen und deutschen Nachwuchsbands zu veranstalten. Der Kanzler sieht Lindenbergs Konzerte in Russland als guten Auftakt, um ein deutsch-russisches Jugendwerk aufzubauen, so wie es zwischen Deutschland und Frankreich oder Deutschland und Polen realisiert wurde: "Ich denke es ist hoch an der Zeit, dass dies geschieht."

"Udo Lindenberg liefert seit Jahrzehnten den Beweis dafür, dass Lebensfreude und Ernsthaftigkeit, Unterhaltung und Intelligenz, Rockmusik (mit seinem Panikorchester) und auch ein politischer Anspruch sich durchaus vertragen können. Das ist auch ein Grund dafür, dass diese Ausstellung hier im Palais Schaumburg stattfindet", so Gerhard Schröder.

Der Musiker Udo Lindenberg

Lindenberg gelang 1973 mit dem Album "Alles klar auf der Andrea Doria" der Durchbruch. Mit seinem legendären Lied "Sonderzug nach Pankow", mit dem er sich unmittelbar an Erich Honecker wandte, erreichte er, dass er am 25. Oktober 1983 im "Palast der Republik" auftreten durfte - allerdings vor "ausgesuchtem" Publikum.

Schröder: "Das Konzert, dass damals gegeben wurde, hat wirklich ein Stück bundesdeutsche Geschichte geschrieben und ein ganz bestimmtes Signal gesetzt, so auch der Lederjacken- und Schalmeienaustausch mit Erich Honecker. Mit der Undurchlässigkeit der Mauer, die beide deutsche Staaten seinerzeit trennte, hat Lindenberg sich nie abgefunden und auf seine Weise für Durchlässigkeit gesorgt. Seine Musik sickerte durch den Eisernen Vorhang. Auf diese Weise wurde Udo ein Star, nicht nur im Westen, sondern auch in der damaligen DDR."

Als Honecker im September 1987 die Bundesrepublik besuchte, revanchierte sich Lindenberg mit einer Gitarre mit der Aufschrift "Gitarren statt Knarren", die er dem Staatsratsvorsitzenden der DDR überreichte.

Der Maler Udo Lindenberg: Der Rockmusiker Lindenberg, der sich schon zu Beginn seiner Karriere in den siebziger Jahren politisch und gesellschaftlich engagierte, trat neben seinen Auftritten auch zunehmend als Maler in Erscheinung. Seine so genannten "Udogramme", das waren schnelle Selbstportraits, schenkte er Freunden und Fans. Seit 1995 folgten Comics und Gemälde. Seine so genannten "Likörelle" (Zeichnungen aus Likör auf Papier) gelten als einzigartig und sind sogar weltweit patentiert. Lindenberg "hackt mit Pinsel und Stift gegen verschlossene Türen, hinter denen Vergessenheit oder Ewigkeit droht oder wartet. Er schafft es, in seinen Bildern und Blättern Noten Gesichter zu geben, die in ihren Kürzeln den Philosophen das Wasser reicht", so Kunstkritiker und Maler Markus Lüppertz über Lindenbergs künstlerisches Schaffen.

Die Ausstellung "Keine Panik. Udo Lindenbergs bunte Republik" ist vom 30. April bis 29. Mai 2005 im "Haus der Geschichte" in Bonn zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 9 bis 19 Uhr.

Der Eintritt ist frei.