Udo Lindenberg fühlt sich an den Weihnachtstagen im Hamburger Hotel Atlantic wie ein "Psycho-Experte und Seelsorger". "Wenn ich am Heiligabend durch die Gänge streife, treffe ich den wildesten Mix von Leuten: einsame Philosophen, Weihnachtsverweigerer, Gestrauchelte und Gestrandete, Abgehobene und Weggeschobene", berichtete der 62-jährige Sänger.
"Die beste Therapie ist dann immer eine ordentliche Party. Wir reißen die Gläser hoch - in alle Himmelsrichtungen, auf alle Religionen der Welt." Der Rocker, der gerade die DVD und Live-CD zu seinem Erfolgscomeback mit dem Album "Stark wie Zwei" veröffentlicht hat, logiert seit Mitte der 90er-Jahre in dem Hotel an der Außenalster.
Lindenberg selbst ist seit langer Zeit ein Weihnachtsflüchtling: "Klingeling unterm Weihnachtsbaum ist nicht mein Ding." Seine "panisch-persönliche" Bilanz für das zurückliegende Jahr, in dem er sein erstes Studioalbum nach acht Jahren herausgebracht hat, fällt höchst zufrieden aus. Erstmals in seiner rund 40-jährigen Karriere eroberte er Platz 1 der Albumcharts. "Das Jahr 2008 war so was von geil! Da muss das neue Jahr sich schon ordentlich Mühe geben, um mithalten zu können." Der Panikrocker erinnerte auch daran, benachteiligten Menschen zu helfen: "Jeder sollte nicht nur an das eine Kind, das Christuskind, denken, sondern genauso an all die anderen Kids, weltweit, die unsere Hilfe brauchen", so der Künstler, der sich für Projekte in Afrika engagiert. Sein Motto: "Global-Weihnacht. Denke und fühle um die ganze Welt rum. Die Heilige Nacht darf keine scheinheilige Nacht werden!"