Was für eine Super-Show! Während andere mit 65 Jahren in Rente gehen, dreht Udo Lindenberg noch einmal richtig auf. Und gibt zweieinhalb Stunden alles.
Udo pur! So wie am Montagabend, beim ersten seiner zwei Hamburg-Konzerte in der O2 World.
Die Halle war natürlich seit Wochen ausverkauft, genau wie die anderen 17 Shows in den kommenden drei Wochen. "Udo-Mania" im ganzen Land, egal ob bei ergrauten Senioren oder Abiturienten mit Handykameras. Die 12.000 Zuschauer jubelten vor Glück, als Lindenberg mit einem gigantischen Zeppelin in die Halle geschwebt kam. Die größte Udo-Tour aller Zeiten!
Größenwahn? Ehre wem Ehre gebührt: Zwei sexy Stewardessen geleiteten den Star des Abends auf die Bühne, während das Panik-Orchester mit "Odyssee" den Wahnsinnsabend eröffnete. Das Motto: "Lass mal sehen, wohin die Reise geht!" Auch wenn es ein Heimspiel war – auf diese Spazierfahrt durch 40 Jahre Musikgeschichte wollten alle in der Halle mitkommen. Auch die Fans auf den Rängen, die es nicht auf ihren Sitzen hielt, als Udo ins weite Rund grüßte. Wie bei den vergangenen Konzerten durften auch diesmal die handverlesenen Gäste nicht auf der Bühne fehlen. Wie etwa der 31-jährige Clueso, der für die flotte Ballade "Cello" den Platz an seiner Seite einnahm.
Mit dabei war erstmals auch Josephin Busch, die Hauptdarstellerin aus dem Berliner Udo-Musical, die bei "Hinterm Horizont" zur gefeierten Duett-Partnerin wird. Dann wurde es blutig: Ein Vampir wurde unter der Hallendecke zur Seilakrobatin, als "0-Rhesus-Negativ" aus den Verstärkern dröhnte.
Nach zweieinhalb Stunden folgte ein letzter, großer Knall: Zu "Goodbye Sailor" entzündete Udos Zigarre den Zeppelin. Der "Godfather" verschwindet in einem Flammenmeer. Am Dienstagabend folgt der Wahnsinn Teil zwei. An gleicher Stelle.
Text: David Siems