27. März 2026 „Panik-Express“ im Miniatur Wunderland

Quelle
Hamburger Abendblatt
Foto
Tine Acke

Hamburg. In monatelanger Arbeit entstand ein Sonderzug mit Szenen aus Udos Leben. Der Panik-Rocker legte persönlich den Hebel für die Jungfernfahrt um.

Was macht eigentlich das Deutsche Zusatzstoffmuseum in Hamburg zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg am 17. Mai? Ja, Sie lachen! Aber wo immer man auch hingehen wird bis zu Udos großem Tag, Udo wird schon da sein. Natürlich in der Panik City, bei einer Sonderausstellung im Stilwerk und auch im Miniatur Wunderland in der Speicherstadt. Dort tauchte El Panico am Dienstagabend sogar persönlich auf. „Ich muss mal eben da hin“, wie er seinerzeit in dem Song „Sonderzug nach Pankow“ sang.

Denn im Miniatur Wunderland wurde der „Panik-Express“ auf die Schienen im Hamburger Modellabschnitt gesetzt: ein Sonderzug mit acht Waggons, die mit ihrem detailreichen Dekor auf eine Auswahl der wichtigsten Stationen in Udos Leben und Karriere hinweisen. Die Kindheit in seiner Geburtsstadt Gronau, die harten Monate als Musiker auf einem US-Air-Force-Stützpunkt in Libyen in den 60er-Jahren, die 70er im Onkel Pö und die Abenteuer in Ost-Berlin zuckeln dahin. Auch der Fall der Mauer, der „Phönix aus der Flasche“, die Stadionkonzert- und MTV-Unplugged-Ära und der unfassbare Erfolg mit Apache 207 und dem gemeinsamen Hit „Komet“ rollen jetzt durch die Mini-Hansestadt.

„Panik-Express“ im Miniatur Wunderland: Udo Lindenberg startete persönlich den Sonderzug

Rocken und Rollen, das gefällt natürlich auch Udo Lindenberg: Der Panikpräsident zeigt sich nur noch selten in der Öffentlichkeit, aber wenn ihm etwas wichtig ist, rutscht er „vom Kometen ab und landet auf dem Doppelkornfeld“, wie er im Miniatur Wunderland sagte. Mitten im laufenden Betrieb legte er unter erstaunten „Udo!“-Rufen und Applaus der Besuchenden am nachgebauten Bahnhof Dammtor den Schalter um, damit der „Panik-Express“ abfahren kann: „Get going! Es geht jetzt ab. Action!“

„Was hier läuft, ist der absolute Oberhammer. Ich ziehe meinen Hut“, sagte Udo und lobte die Verbindung von „Nachtigall und Zeitgeschehen“, von 80 Jahren Lindenwerk und 80 Jahren Weltgeschichte. „Das habt ihr fantastisch gemacht.“

Sonderzug für Udo: Der bisher aufwendigste Modellzug im Miniatur Wunderland

Die Wunderland-Gründer Frederik und Gerrit Braun sind sichtbar stolz. Vor zehn Jahren hatten sie bereits die Idee eines Sonderzugs nach Pankow und klingelten im Hotel Atlantic an. Zwei Stunden redeten die Bahn-Bauer und Udo, und in monatelanger Detailarbeit entstand der Lindenzug: „Der Panik-Express ist der wohl aufwendigste Zug, den wir je umgesetzt haben“, betonte Frederik Braun.

Udo ist mit seinem „Panik-Express“ übrigens nicht der erste Popstar, der das Miniatur Wunderland besuchte und auf oder zwischen den Schienen Spuren hinterließ. Kaum zu übersehen ist das DJ-Bobo-Konzert im Schweiz-Abschnitt, wo sich der Party-Garant von 20.000 Minifiguren feiern lässt. Und im Patagonien-Abschnitt rockt mitten in der Antarktis zwischen Pinguinen Metallica. Die US-Band, die 2023 das Miniatur Wunderland besichtigte, spielte 2013 tatsächlich am Südpol.

Autor: Tino Lange