Dresden. Eine Rekordsumme von 100.000 Euro für die AIDS-Hilfe in Südafrika und ein glanzvoller Abend: Die 5. Hope Gala, zu der am Samstag über 700 Gäste ins Schauspielhaus kamen, hat die Benefizabende der Vorjahre an Prominenz und Generösität übertroffen.
Schon vor Beginn der Veranstaltung standen Schaulustige vor dem Bühnenhaus, um einen Blick auf die Stars zu werfen und das ein oder andere Autogramm zu erhaschen. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen defilierten über den roten Teppich unter anderem Entertainer Wolfgang Lippert, Schauspieler Wolfgang Stumph, der Magier André Sarrasani, Moderatorin Andrea Ballschuh, die Schauspielerinnen Janina Uhse und Kristin Meyer aus der Fernsehsoap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und mit Kim Debkowski auch eine Kandidatin von Dieter Bohlens Talente-Show „Deutschland sucht den Superstar".
Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), im eleganten schwarzen Kostüm, sprach als Schirmherrin die Grußworte des Abends, mit dessen Erlösen „alle Beteiligten die Hoffnung nach Südafrika tragen". Sämtliche Einnahmen kommen ohne Abzüge der Hope Kapstadt Stiftung zugute. Die Organisation, die zur Deutschen AIDS-Stiftung gehört, kümmert sich im südafrikanischen Kapstadt um die AIDS-Prävention und die Behandlung von Menschen mit der Immunschwäche-Krankheit. Durch die dichtgepackte Show, für die alle Künstler live und ohne Gage auftraten, führte eine quirlige Ruth Moschner.
Künstlerin Katrin Weissensee eröffnete das Programm mit einer romantischen Geschichte, die sie in Sand zeichnete. Nicht weniger romantisch sorgte Sopranistin Eva Lind, begleitet vom Pianisten Pjotr Kaczmarczek, mit ihrem Gesang für Gänsehautfeeling. Heiß und kalt dürfte es dem Publikum über den Rücken gelaufen sein, als Ben Becker mit tiefer, sonorer Stimme und unheimlicher Präsenz das Gedicht „John Maynard" von Theodor Fontane rezitierte. Es sei ihm eine Ehre hier zu sein, sagt der provokante Schauspieler und Sänger im Anschluss. „Wenn man helfen kann, bin ich gerne dabei."
Beim Auftritt von „Karat", die die Proben für ihre Jubiläumstour unterbrochen hatten und aus Berlin angereist waren, sang das volle Haus mit Inbrunst den Refrain „Über sieben Brücken musst du gehen" mit. In der Pause verkauften die Ostrocker mit weiteren prominenten Gästen und Künstlern Tombola-Lose, um so zusätzlich Geld für die AIDS-Hilfe zu sammeln. In kürzester Zeit waren die Los-Töpfe leer.
Im zweiten Teil des Abends feierte der Pianist Josef Bulva nach 14-jähriger Zwangspause mit geheilten Händen sein Comeback. Danach spielte und sang sich die 14-jährige Milene in die Herzen der Zuschauer. Der Hope-Award ging in diesem Jahr an den AIDS-Aktivisten und Extremsportler Joachim Franz, der noch kurz vor der Ehrung auf der Bühne Stefan Hippler von der Hope Kapstadt Stiftung einen Scheck über 30.000 Euro überreicht hatte. Überrascht und gerührt nahm der Extremsportler den Award aus Meissner Porzellan entgegen. Die Laudatio hielt souverän Martina de Maiziere. Sie sprang für ihren Mann, Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) ein, der offenbar wegen neuer Entwicklungen hinsichtlich der Sprengstofffunde in zwei Flugzeugen aus dem Jemen die Veranstaltung vorzeitig verlassen musste.
Einen weiteren Scheck über 10.000 Euro überreichte Stargast Udo Lindenberg an Stefan Hippler. Für ein Jahr will die Udo-Lindenberg-Stiftung die Finanzierung der Gesundheitsarbeiter in Kapstadt übernehmen. Als krönenden Abschluss der Hope Gala gaben der Rocker und sein Panikorchester ein nahezu einstündiges Konzert. Mit den Liedern „Honky Tonk Show" und „Sonderzug nach Pankow" riss Udo Lindenberg das Publikum aus den Sitzen. Ob im Parkett in der ersten Reihe oder ganz oben im Rang - die Menge tanzte, klatschte und sang. Nach der Gala feierte man noch bis spät in die Nacht auf der After Show Party im Kurländer Palais weiter.
Foto: Ulrich Löser