17. Oktober 2007 Rock-Star Udo Lindenberg zeigt seine große Panik-Show

„Keine Panik, Panik-Party“! Der Sonderzug (nach Pankow) hält in Hamburg.

Heute Abend eröffnen BILD und Panik-Rocker Udo Lindenberg die große UDO-Ausstellung „Bunte Republik Deutschland“, die ab morgen bis 7. November in der Stella-Halle des Hamburger Springer Verlags zu sehen ist.

500 Gäste („locker wie die Rocker, keine Vernissagen- Steiftiere bitte“) werden zur Premiere erwartet. Die Laudatio hält der frühere Berliner Kultursenator und Gründungsdirektor des Deutschen Historischen Museums Berlin, Professor Dr. Christoph Stölzl.

Thema der Ausstellung ist die jüngere deutsche Geschichte aus der Sicht des „Panik-Präsidenten“ Udo L. Sehr früh hat Udo Kontakte in die DDR geknüpft.

Dem Kommunismus setzte er den „Lindiismus“ entgegen: Freche Songs mit provokanten Texten. Kein anderer Künstler versteht es, die Entwicklung Deutschlands so locker zu begleiten wie die panische Nachtigall Udo, mit Malerei, Musik und bombastischen Tourneen (die nächste im März 2008).

Für alle Fans und Panik-Sympathisanten enthüllt Udo jetzt schon mal die Highlights seiner knalligen Vernissage.

Neben seinen 100 Bildern zeigt Udo die wichtigsten Sahnestücke seines deutsch-deutschen Brückenbaus. Von Honeckers Lederjacke (Geschenk von Udo) über die berühmte Schalmei (Geschenk von Honecker an Udo) bis hin zur fetzigen Rocker-Gitarre, die er einst dem „erschrockenen Oberindianer Honey“ schenkte. Außerdem fährt Lindenberg mit seinem goldenen Trabi vor. Udo: „Die letzte von Menschenhand gefertigte Edelkarosse aus Zwickau, als Dankeschön der Belegschaft 1991 an mich überreicht.“ Und viele andere Werke seiner „lindianischen“ Kunst.

Besonders freut sich die Rock-Legende auf die Weltpremiere seines Ejakulators „Mach 1“. Es handelt sich um das von Udo erfundene Farbkaskaden verspritzende Schlagzeug, mit dem er auf einer Drehbühne Likörfarben auf eine sieben Meter breite Leinwand abballert. Udo hält das Patent auf die Technik. „Mein Vorbild war Daniel Düsentrieb.“

Wie mit seinen Songs gelingt es Lindi auch mit seiner Malerei, das Zeitgeschehen haarscharf, aber auch gepaart mit witzigstem Entertainment zu reflektieren. Da wird auch Kanzlerin Angie Merkel easy und sexy in Szene gesetzt, als grazile Vortänzerin mit Pumps und obenrum ein bisschen athletisch.

Da schwebt eine gigantische Nina Hagen in einem Traum aus Eierlikör über die Plattenbauten ihrem Udo entgegen („Mädchen aus Ostberlin“). Da reitet Udo von den Flexibelbetrieben kess als Paradiesvogel auf der Quadriga des Brandenburger Tors.

Die Ausstellung ist ein Plädoyer für die Dichter, Denker und Erfinder: „Hey Alter, du bist Einstein!“ Auf mehreren Bildern zeigt der Udonaut seine Geheimformel für die Umkehrung der Erdanziehungskraft (Raketen fliegen ohne fossile Brennstoffe, Autos fahren ohne Benzin). Lindi: „Ist auch billiger“.

Text: Hans Bewersdorff/BILD
Foto: Tine Acke