Der Panikpräsident erklärt im WochenSpiegel seine Ausstellung
Augustusburg | 14.08.2012
Der Anruf kam auf die Minute pünktlich, wenige Minuten nach 19 Uhr. Der lockerlose Panikpräsident nuschelte cool. „Hallo. Hier ist Udo. Du wolltest etwas über meine Ausstellung auf der Augustusburg wissen.“ WochenSpiegel hatte Lindenberg in der Präsidentensuite des Atlantic Hotel kontaktiert – und der lässigste aller Sänger gab sich die Ehre. Am Freitag wird er mit seinen Panik-Musikern in der Schlosskirche der Augustusburg die Nachtigall-Stimme ölen, ein Konzert mit seinen unsterblichen Hits geben. Der Grund: Im Jagdschloss der sächsischen Kurfürsten wird eine Ausstellung über das Leben Lindenbergs eröffnet: „UDO. Die Ausstellung“.
Es ist eine Sensation. Der Urvater aller deutschen Rocker gibt sich die Ehre, adelt die Augustusburg mit seiner spektakulären Ausstellung. Ein Panik-Leben in Bildern. Eine Dokumentation der Einmaligkeit. Ein Muss für alle Lindenberg-Fans. Ein Muss für alle Musikinteressierte.
Lindenberg verriet dem WochenSpiegel: „Es wurde Zeit, dass die Nachtigall wieder in den wilden Osten kommt. Augustusburg hat ein riesiges Einzugsgebiet mit geilen Städten wie Chemnitz, Dresden oder Leipzig. Außerdem wohnen Freunde dort, die mir die Location empfohlen hatten.“ Die Freunde sind die Brüder René und Udo Seidler, die selbst einen der Räume mit ihrer Udo-Sammlung, die inzwischen 250 Exponate umfasst, belegen.
Lindenberg: „Die haben mir gesagt, dass es hier sehr viele Fans gibt, die sich über die Ausstellung freuen würden. Ich habe mich dann schlau gemacht, habe meine Geheimräte losgeschickt, die sich das Schloss angesehen haben. Sie waren begeistert. Auch dass es dort immer ein geile Bike-Chose abgeht, hat mich angetörnt. Auf der Augustusburg gibt es ordentlich Action – sie ist einfach ein cooles Ding.“ Ein cooles Ding. Das fand auch Kurator Manfred Besser, der seit Jahren Lindenberg-Ausstellungen organisiert.
Lindenberg: „Es ist ja keine museale Ausstellung, eher eine Action-Schau mit Happening-Charakter. Da können vom Embryo, der im Mamabauch lostrommelt, bis zur Rock-Oma, die noch eine geile Party starten lässt, alle hinkommen.“
UDO. Die Ausstellung - auf Augustusburg wird umfangreicher als an den bisherigen Spielorten Neuhardenberg und Hamburg. Manfred Besser: „Wenn wir bisher 400 Exponate gezeigt haben, so werden auf Schloss Augustusburg weit über 500 Exponate ausgestellt sein.“ Der Kurator, selbst bildender Künstler, arbeitet mit Udo Lindenberg seit Mitte der 1990er Jahre zusammen, gab ihm den Anstoß zum Malen. So entstand in knapp 18 Jahren ein über 3000 Arbeiten umfassendes Werk. Über Udo Lindenberg sagt der Hamburger: „Wir sind schlichtweg Freunde.“
Seit dem 6. August wird die Ausstellung aufgebaut, sind auch die Gebrüder Seidler vor Ort. So kann es am Freitag heißen: Signore, die Bühne ist angerichtet. Lindenberg wird in der Schlosskirche vor ein Clubkonzert geben, sagt. „Ich habe meine lockerlosen Songs im Gepäck, bringe die Jungs vom Panikorchester mit. Es wird ein feines Konzert.“ Logisch, dass die Karten binnen kürzester Zeit ausverkauft waren. Für alle Fans wird das Spektakel auf einer Videoleinwand übertragen.
Der Rocker: „Ich freue mich auf die Begegnung mit den Leuten, bin ja ein Spontifix, der immer wieder gern im Osten ist, seit ich dem Honecker die Indianerfeder aufgesetzt habe. Ich werde mir die Gegend genau ansehen, kenne sie ja noch nicht so gut.“ Gedanken über die Übernachtung macht er sich nicht, verrät: „Ich werde meinen Körper wohl in der Jugendherberge ausstrecken, bin ja ein zeitloser Vogel. Und ich war schon lange, lange nicht in so einer Location. Das wird ganz sicher spannend. Der ET der Rockmusik ist schon ganz aufgeregt. Hoffentlich kommen im Weihnachtsland ein paar geile Weihnachts-Elfen vorbei. Ich erwarte sie.“