Calw - Das war eine schöne Überraschung. Und zwar im wahrsten Sine des Wortes. Udo Lindenberg war mal wieder auf Stippviste in Calw und stattete ganz spontan seinem Duzfreund Oberbürgermeister Manfred Dunst einen Besuch ab.
Ganz privater Natur sei sein Aufenthalt in der Hermann-Hesse-Stadt, ließ der Panikrockern verlauten. Er war mal wieder bei Jürgen Teufel privat zu Gast. Mit dem früheren Chef der Sparkasse Pforzheim Calw ist der Musiker befreundet, seit man gemeinsam die Udo-Lindenberg-Stiftung aus der Taufe gehoben hat.
Die hat übrigens gerade ihren ersten Tätigkeitsbericht vorgelegt. Darin geht es natürlich um das erste Hermann-Hesse-Festival und den Panikpreis im vergangenen Jahr auf dem Calwer Marktplatz. Vor 4000 Zuhörern wurde damals die Nachwuchs-Band »Angelas Park« mit dem Goldenen Hut ausgezeichnet.
Seelenverwandtschaft zu Hermann Hesse
Ein Abschnitt über seine Seelenverwandtschaft zu Hermann Hesse darf nicht fehlen. Dazu sind Bilder von seinem Besuch in der Villa Camuzzi in Montagnola und einem Treffen mit dem Dichter-Enkel Silver Hesse.
Nicht zu vergessen die Afrika-Hilfe. Dieser Teil der Stiftung unterstützte das Good Hope Center in Tansania. Nahezu 80 000 Euro kamen mittlerweile zusammen. Damit haben nun 300 statt bislang 30 Kinder ein festes Dach über dem Kopf, wie Lindenbergs Pressesprecher Arno Köster sagte. Die Ausschreibung für den Panikpreis 2010, der alle zwei Jahre verliehen wird, erfolgt im September.
Ende August wird Udo wieder einmal in Montagnola im Tessin sein, wo Hesse begraben liegt und wo er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat. Auch dort hat der Panikrocker schon seit Netzwerk geknüpft, allen voran zu Regina Bucher, der agilen Leiterin des dortigen Hermann-Hesse-Museums.
Udo Lindenberg kann sich gut vorstellen, in Montagnola ein Konzert zu geben. Er würde sich zudem freuen, wenn Musiker aus dem Tessin am Hesse-Festival teilnehmen würden.
»Da machen wir uns gerne Gedanken«, sagte Manfred Dunst. Udo Lindenberg mache Werbung für die Stadt, »ohne das wir dazu viel tun müssen», freute sich der OB. »Wir genießen das«, fügte er hinzu und lud Udo Lindenberg und seine Begleiter Arno Köster und Eddy Kante auf ein Glas Wein in »Die Binderei« auf dem Marktplatz ein.
Text: Alfred Verstl
Foto: Fritsch