Altrocker in Hochform: Udo Lindenberg beim Tourauftakt in Rostock.
Rostock.
Er macht "Sein Ding" und lässt sich feiern: Erst im Frühjahr stürmte Udo Lindenberg (62) mit seinem ersten neuen Album seit acht Jahren die Spitze der deutschen Charts, jetzt ist ihm auch das Comeback auf der Bühne gelungen.
Ein Knall, eine Stichflamme, Rauch - dann schwebt Lindenberg in einem Raumanzug auf die Bühne der Rostocker Stadthalle. Unter dem Jubel von mehr als 5000 Besuchern beginnt der Altrocker seine Deutschland-Tournee (noch 13 Konzerte bis zum 25. Oktober).
Gut zweieinhalb Stunden lang zeigt Lindenberg zusammen mit dem Panik-Orchester, seiner "Boygroup mit über 400 Jahren Bühnenerfahrung", alle Facetten seiner bald 40 Jahre dauernden Musikkarriere. Aber auch bei den neuen Songs zeigt sich das Publikum, das sich aus ergrauten Herrschaften bis hin zu Teenies in Begleitung ihrer Eltern zusammensetzt, erstaunlich textsicher. Songs wie "Wenn du durchhängst", "Mein Ding" oder "Stark wie zwei" werden wie Hymnen mitgesungen. Voll wird es auf der Bühne, wenn zum Song "Der Greis ist heiß" sechs alte Männer auftreten und beherzt mit dem Krückstock tanzen. Zu allen Konzerten will Lindenberg wechselnde Stargäste auf die Bühne holen, wie Helge Schneider (53), Jan Delay (32) oder Silbermond.
Der Altstar hat nichts von seinem Charme verloren, er kokettiert mit seinem Publikum, wirft Kusshändchen und erzählt von dem Whiskey, mit dem er im Laufe der Karriere seine Stimme "nur für seine Fans" geschmiedet habe. Gleichzeitig schildert er in der ergreifenden Ballade "Unterm Säufermond" das Schicksal eines alkoholkranken Vertreters. Momente, in denen zu spüren ist, dass auch Lindenberg etliche Alkoholexzesse hinter sich hat.
Zum Programm gehören auch alte Kultsongs, darunter "Bis ans Ende der Welt" oder "Honky Tonk Show" und ein Medley von "Andrea Doria" bis zum "Sonderzug nach Pankow". In Hamburg singt Lindenberg zweimal: am Freitag und am 23. Oktober (Color-Line-Arena). Eintritt: 48 bis 58 Euro.
dpa/HA
Foto: Tine Acke