21. September 2008 Udo Lindenberg für «Comeback des Jahres» ausgezeichnet

Rastatt - Udo Lindenberg hat eine neue Trophäe im Schrank, die außer ihm noch keiner hat: Der...

Rastatt - Udo Lindenberg hat eine neue Trophäe im Schrank, die außer ihm noch keiner hat: Der 62-jährige Rockstar ist vom Südwestrundfunk beim New Pop Festival für das «Comeback des Jahres» ausgezeichnet worden. 400.000 verkaufte Tonträger von seinem Album «Stark wie zwei» und damit Doppelplatin und eine im Oktober bevorstehende Tournee durch die großen Hallen der Republik sind die Argumente für den Preis, und der Meister der flotten Sprüche frotzelte am Samstag beim «Special»-Konzert in Rastatt: «Wahnsinn, was die Leute für einen guten Geschmack haben in Deutschland.»

Da wurde der Laudator und Lindenberg-Freund Ben Becker flugs zum «Ben Come-Becker». Bereits beim AP-Interview vor der demnächst vom ZDF ausgestrahlten Show mit Auftritten von Duffy, Ich & Ich, One Republic und Colbie Caillat präsentierte sich Lindenberg entspannt und heiter: Er fühle sich in seiner Rolle als Pate der deutschsprachigen Rockmusik - wofür er übrigens schon vor vier Jahren von SWF3 als «Pioneer of Pop» geehrt wurde - wohl. «Man ist ja schon ein bisschen länger dabei, so eine Art Pate. Einer muss den Job ja machen: Als Marlon Brando starb, senkte sich eine tiefe Trauer in mich, aber einer musste den Job ja übernehmen. Also in der deutschen Musik und so. Und das mach ich auch ganz gerne. Manches habe ich auch schon mitgekriegt, kann denen auch was erzählen - aber die können mir auch einen erzählen.»

Oder wie Jan Delay helfen, ein Album wie «Stark wie zwei» in diesem Jahr an die Spitze der Charts zu bringen: «Wir hatten nicht mit so einen Giganten-Erfolg gerechnet. Von einer Erfolgswelle überrollt, man ist ganz platt... Aber jeden Tag stehen wir auf mit einem Lächeln auf dem Gesicht und man freut sich, und kneift sich, und sagt: 'Ist ja ein Hammer, man ist ja nun schon dreieinhalb Jahre dabei oder 30, ungefähr. Und dass es dann so abgeht, ist natürlich supertoll. Und jetzt 'ne Riesentournee, ja, wir haben einen richtigen Glückspilz, die richtigen Leute, die Konstellation...»

Die «Panikband» sei von ein paar jungen Musikern verstärkt worden, neben Jan Delay habe Annette Humpe als «Freundin und Beraterin» geholfen. «Also es ist schon ein großes, kollektives Glück in mir. Und die (Freunde) tragen mich auch so mit. Klar, ich bring noch meine Texte und Ideen und so. Der ganze Sound, das ganze Ambiente, das ganze Gewand für die Nachtigall, das neue Federkleid für den Phönix, ein schönes, frisches neues Federkleid. Ja, das ist schon sehr toll.»

«Der Abenteurer ist nie so festgelegt»

Aus der Zusammenarbeit mit Freundeskreis 1999 sei ein Kreis von Musikern entstanden, die neben der Musik auch Aktionen zusammen machen: «Dieses offen sein, Begegnung... Gemeinsam auch Aktionen machen - Rock gegen die Nazischweine und alles so, viele Aktionen... Es ist nämlich wichtig, nicht nur Musik, sondern eben auch solche Aktionen zu machen. Dass sich Freundschaften entwickeln, mit Silbermond und so was, die ich privat ja auch kenne, oder Helge Schneider und so. Daraus entstehen dann eben auch Songs.»

Lindenbergs Tournee beginnt am 6. Oktober in Rostock. «Ja, es sind sehr große Arenen, zum Teil ist ausverkauft, zum Teil noch zweite Zusatzdinger und so. Ich freue mich sehr auf die Band.» Und es wird aktive Besucher geben: «Helge Schneider kommt besuchen, Jan kommt besuchen, die kommen in 'ne Stadt mal hier und da, wo das gerade passt, kommen die uns besuchen. Familientreffen...»

Ein neues Album plant Lindenberg noch nicht: «Jetzt denke ich an die Tournee, also dass ich die angemessen auf die Bühne kriege. Und dass auf der Bühne wirklich auch neue Dinger passieren. Andere Sachen auch, also erfrischende, kesse neue Ansätze und so. Mit anderen Sounds auch, und showmäßig haben wir total Innovationen sowieso dabei. Riesige, fliegende LED-Wände und Raketen und Astronauten kommen herunter, also Show und Riesenrandale. Was danach kommt ist Abenteuer - Kanu, Amazonas, der Abenteurer ist nie so festgelegt.»

Quelle: AP
Foto: Tine Acke