Rockstar Udo Lindenberg hat auf seiner Erfolgs-Tour "Stark wie Zwei" 12.000 Fans in seiner Wahl-Heimat begeistert. Mit seinem Panikorchester und Gästen wie Jan Delay rockte der 62-Jährige zweieinhalb Stunden lang die ausverkaufte Color Line Arena, in der es selbst das Publikum in der obersten Reihe unterm Hallendach nicht mehr auf den Sitzen hielt.
Viele Fans reisten extra aus anderen Teilen Deutschlands an, um das Heimspiel des legendären Sängers zu feiern. Lindenberg war vor 40 Jahren an die Elbe gezogen und hatte in der Hansestadt seine einzigartige Karriere in der deutschen Rockmusik gestartet.
Was am 17. Mai 1946 in Gronau begann ...
Schon vor der Show am Freitagabend wartete der Panik-Rocker gespannt auf das besondere „Familientreffen“ und die „Geheimräte-Party“ in Hamburg. 30 Jahre nachdem er am 13. Dezember 1968 den „goldenen Daumen rausstreckte“, und per Anhalter in den hohen Norden gereist war, umjubelten die Hanseaten und Besucher nun ihren Udo. „Geilomat!“, freute sich dieser und grüßte die „Rock'n'Roll-Zentrale“ Hamburg. Im Raketenlift landete er auf der Bühne und startete mit „Woddy Woddy Wodka“ ein krachendes Bühnenfeuerwerk. „Neuen Stoff“ habe er mitgebracht, versprach der Rocker, der mit dem Album “Stark wie Zwei“ ein erfolgreiches Comeback geliefert hat.
* "Hallo Deutschland, kannst mich hören?"
Als der „Udonaut“ sich zu Beginn seines Astronautenhelms entledigte und sein Hut zum Vorschein kam, tobte die Halle. Dann lieferte Lindenberg das, was die Fans wollten: unvergessene Hits wie „Cello“, „Hinterm Horizont“ und „Mädchen aus Ostberlin“ ebenso wie die neuen Songs „Mein Ding“, „Wenn Du durchhängst“ und „Was hat die Zeit mit uns gemacht“. Tänzelte er eben noch im speziellen „Lindi-Schritt“ über die Bühne und wirbelte das Mikro durch die Luft, zeigte er sich im nächsten Augenblick wieder als Meister solcher Gänsehaut-Balladen wie „Säufermond“. Und wenn der „Pate des Deutschrocks“ ruft, dann kommen auch seine jungen Kollegen. Sein Duett mit Jan Delay zu „Ganz anders“ gehörte zu den Höhepunkten.
„Der Astronaut muss weiter, wird man sich jemals wiedersehen?“, sang Lindenberg am Ende und sorgte für einen berührenden Abschluss der Rock-Revue. Viele Fans strömten danach ins Hotel „Atlantic“, wo der Musiker seit Mitte der 90er Jahre lebt, und begrüßten ihn bei seiner Ankunft mit Applaus und Schulterklopfen. Geduldig schrieb er Autogramme und ließ sich immer wieder fotografieren. „Das war schon eine große Freude und sehr ergreifender Abend“, sagte er später. Bis zum 25. Oktober tourt der „Club der Lindianer“ noch durch Deutschland, am 23. Oktober macht er erneut in Hamburg Station.
Text: Dorit Koch