24. März 2015 Udo Lindenberg in Pankow geehrt

Quelle
NDR

"Nur der kleine Udo, der darf das nicht", heißt eine Zeile in Udo Lindenbergs Song "Sonderzug nach Pankow". Jetzt durfte der Panikrocker da eben mal hin - und zwar als Ehrengast.

"Nur der kleine Udo, der darf das nicht", heißt eine Zeile in Udo Lindenbergs Song "Sonderzug nach Pankow". Jetzt durfte der Panikrocker da eben mal hin - und zwar als Ehrengast. Mehr als 30 Jahre nach der Veröffentlichung des Lieds kam der Musiker zu später Anerkennung: Im Rathaus des Berliner Stadtteils hat sich der 68-Jährige am Montag ins Goldene Buch eingetragen. Er verewigte sich darin mit der Liebeserklärung "I love Pankow" und einem Selbstporträt. "Es ist mir eine besondere Freude, Udo Lindenberg endlich im Rathaus desjenigen Bezirks begrüßen zu können, zu dessen deutschlandweiter Bekanntheit er maßgeblich beigetragen hat", sagte Bezirksbürgermeister Matthias Köhne. Seit 32 Jahren sei Pankow durch den Song in aller Munde.

DDR-Regierung war zunächst gegen einen Auftritt

Udo Lindenberg hat seinen "Sonderzug nach Pankow" im Februar 1983 als Single veröffentlicht - der Song war eine Reaktion auf den vergeblichen Versuch, ein Konzert in Ostberlin zu veranstalten. Einen Aufritt des Rockers hatte die DDR-Regierung stets vehement abgelehnt. Im Schloss Schönhausen in Pankow residierte bis Mitte der 60-er Jahre der Sitz des Staatsrates der DDR. Darüber hinaus wohnten in dem Stadteil im Berliner Norden viele Regierungsangehörige.

Kleines Erfolgs-Erlebnis

Einige Zeit nach dem Erscheinen des Songs durfte Udo Lindenberg dann doch auftreten: Am 25. Oktober 1983 gab der Wahl-Hamburger sein erstes und einziges Konzert im Palast der Republik in Ostberlin. Das Publikum bestand überwiegend aus FDJlern in Blauhemden. Acht Jahre hatte Lindenberg für einen Auftritt in der DDR gekämpft. Allerdings durfte er bei seinem damaligen Auftritt nur vier Songs zum Besten geben - der "Sonderzug nach Pankow" gehörte nicht dazu.

Foto: Jörg Carstensen, dpa