30. Oktober 2008 Udo Lindenberg landet in der Wüste

Quelle
zoomer.de

Dass Udo Lindenberg früher gern mal ein Gläschen trank, ist bekannt. Dass er mit einem guten Tropfen aber Bilder malt - sogenannte Likörelle - schon weniger. Zusammen mit Zeichnungen von Komiker-Kollege Helge Schneider stellt der Altrocker jetzt seine Werke in der boomenden Metropole Dubai aus.

Panikrocker Udo Lindenberg erlebt nach Jahrzehnten im Showgeschäft gerade wieder ein großes Comeback mit seiner Platte "Stark wie Zwei“. Seine Bühnentour durch Deutschland - ausverkaufte Hallen allenthalben. Die Menschen wollen Udo sehen, der bei der Show auch gerne mal in einen Astronautenanzug schlüpft.
Ähnlich ergeht es dem Komiker und Musiker Helge Schneider. Der ist derzeit mit seinem Programm "Akopalüze Nau“ auf Tour. Ab und an stehen sogar beide in vertrauter Innigkeit auf der Bühne. Doch was vielen nicht bekannt ist – beide sind auch leidenschaftliche Maler. Und nun starten sie durch, um den Markt am arabischen Golf zu erobern. Ab Donnerstag sind die Kunstwerke von Helge und Udo exklusiv inmitten der Wüste zu sehen – in der neu eröffneten Dubai Mall.

Likörelle in Eierlikör-Gelb
Leise quietscht der große Filzstift auf dem glatten Hochglanz-Papier. Udo scheint in einer eigenen Welt versunken. Leise summt der Musiker vor sich hin und der Stift fliegt über das Blatt. Der charakteristische Hut formiert sich, dann ein Sektglas. Fertig ist die Widmung mit Udo-Porträt.

Ganz so einfach wie in diesem Augenblick ist die Geburt eines Udo-Bildes sonst nicht - braucht der umtriebige Künstler für die Fertigung seiner Werke doch fast eine halbe Bar. Likörelle heißen seine Bilder und sind mit Alkoholika gemalt. Eierlikör Goldgelb, Blue Curacao oder auch Grenadine Rot. Titel seiner Bilder: "Andere denken nach wir denken vor“ oder "Detektiv sucht Bar“. Und diese Werke hängen im Auswärtigen Amt und auch im Kanzleramt.

Udo: "Vielleicht mache ich mal was mit Kamelen"
Nun sind die zum Teil großformatigen Werke nun auch in der boomenden Metropole Dubai zu sehen. Und Udo selber war schon mehrfach vor Ort, in dem auch mit dem Burj Dubai das derzeit größte Gebäude der Welt steht. "Das sind riesige Erlebnisstädte, die auch für Inspiration sorgen. Vielleicht mache ich demnächst auch mal was mit dem Burj Dubai oder einfach mit Kamelen“, sagt Udo.

Eine umfassende Schau seine Werke ist in dem jüngst erscheinenden Kunstbuch "Das Lindenwerk“ mit mehr als 300 Seiten zu sehen. "Früher kaufte man ja Aktien, heute kauft man Udo-Bilder. Denn die werden von Stunden zu Stunde kostbarer“, meint der Altrocker, für viele der coolste Friedensstifter deutscher Sprache. Allerdings denkt Udo auch, dass in dem fernen arabischen Land nicht unbedingt alle seine Werke gezeigt werden können. "Da muss man, glaube ich, aufpassen mit den Bildern zum Alkohol oder auch zum Thema Sex.“

Kohle mit Kohlezeichnungen
Mit richtig klassischer Technik hingegen malt Komiker Helge Schneider. Seine Kohlezeichnungen aus wenigen Strichen tragen Titel wie "Der Tod kennt keine Socken“ oder auch "Kuh Gisela“. Erst jüngst wurde der außergewöhnlichste Entertainer Helge mit der Auszeichnung "Goldenes Schlitzohr 2008“ geehrt. Die Begründung der Jury des Internationalen Clubs mit Sitz in Mülheim an der Ruhr: Das Gesamtauftreten des Künstlers, bei dem er sich im positiven Sinne als "Schlitzohr" erwiesen habe.

"In Dubai werden unter den deutschen Künstlern Udo und Helge mit Sicherheit die Zugpferde sein“, glaubt Galerist Christoph Walentowski, der die Werke von Lindenberg und Schneider exklusiv vermarktet. Beste Erfahrungen hat er bereits gemacht, etwa im Berliner Adlon, in Dresden, Hamburg, auf Rügen und nun mit einer neuen Galerie in Dubai. Wundern tut der neue Vermarktungsort zumindest Helge Schneider nicht, hatte er diese Fügung doch schon lange im Blick. "Mir war schon immer völlig klar, dass meine Werke in die Welt gehen – denn ich habe keine Zeit dazu.“

Text: Sabine Kwapik