24. Juni 2008 Udo Lindenberg räumt doppelt ab

"Der Greis ist heiß". Dieser Songtitel von Udo Lindenbergs neuem Album könnte auf den Interpreten...

"Der Greis ist heiß". Dieser Songtitel von Udo Lindenbergs neuem Album könnte auf den Interpreten selbst passen. Zwar hat der 62-Jährige das Greisenalter noch vor sich, ist aber heiß begehrt: Für sein Album "Stark wie zwei" räumte Lindenberg gestern in der Bar "Die Bank" die Auszeichnungen Platin (200 000 verkaufte Tonträger) sowie Triple-Gold (für 300 000 verkaufte Tonträger) ab. Wie immer mit Sonnenbrille, Hut und lockerem Mundwerk. "Früher war ich der Mann von gestern", triumphierte Lindenberg ("Andrea Doria", "Sonderzug nach Pankow") über sein Comeback, "aber jetzt habe ich alle überrascht - mich auch!"

Kaum überrascht vom Erfolg ihres musikalischen Vorbilds zeigten sich Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß, der Hip-Hopper Jan Delay, Jazzmusiker Till Brönner und Kabarettist Helge Schneider, die alle einen Gastauftritt im neuen Lindenberg-Werk haben. "Es war eine besondere Ehre, mit ihm spielen zu dürfen", sagte Stefanie Kloß, "bei aller Durchgeknalltheit ist Udo so ein herzlicher, bodenständiger Mensch." Auch Jan Delay outete sich als Fan: "Ich finde ihn toll, seit ich fünf Jahre alt bin. Unsere Zusammenarbeit war super!"

Die gestrigen Auszeichnungen vor 220 Gästen, darunter Helge Schneider, Benjamin von Stuckrad-Barre und Otto Waalkes, erbringen endgültig den Beweis: Der Kultrocker hat seine Kindheitsträume vom Ruhm erfüllt. Ist zehnmal mit Gold für seine Alben und diverse Male für sein Lebenswerk geehrt worden. Hat auf 41 Platten Fans mit schnoddrig-wortgewaltigem Deutschrock begeistert. Hat DDR-Staatschef Honecker eine Gitarre mit der Aufschrift "Gitarren statt Knarren" überreicht. Hat exzessiv gefeiert, eine Herzattacke erlitten und das Bundesverdienstkreuz am Bande bekommen. Hat geschauspielert, gemalt, residiert seit zwölf Jahren im Atlantic Hotel (in seiner "Panikzentrale mit Ruhm-Service"). Und hat sich nach acht Jahren Sendepause mit einem umjubelten Album zurückgemeldet. Ganz klar: Selbst als Greis wird Udo Lindenberg immer noch heiß sein.

Quelle: Hamburger Abendblatt