01. Februar 2009 Udo Lindenberg rockt die Sparkasse

Quelle
Pforzheimer Zeitung, 01.02.2009

PFORZHEIM/CALW. Die Weltpremiere findet nicht in Berlin oder München statt – sondern in Pforzheim: Vor geladenem Publikum rocken erstmals Udo Lindenberg und Julia Neigel. Es ist der Auftakt des 175. Geburtstag der Sparkasse.

Drei bis vier Lieder werde Udo singen, heißt es in der Einladung. Sieben werden’s. Udo Lindenberg ist gut drauf – und wenn er schon mal hier ist, bei seinen alten und neuen Freunden Karl (Röckinger, Landrat), Christel (Augenstein, OB), Jürgen (Teufel, Ex-Sparkassen-Chef) und Herbert (Müller, Teufels Nachfolger), lässt er es krachen, überrascht mit Rock-Röhre Julia Neigel im Duett – Weltpremiere –, malt mal eben ein Bild und lässt anklingen: „Noch hab’ ich kein Atelier in Pforzheim und Calw – aber das kann sich bald ändern.“ Da jubelt Calws Oberbürgermeister Manfred Dunst – in der Hesse-Stadt bekommt Lindenberg persönlich, stellvertretend für seine Stiftung, den Preis „Deutschland, Land der Ideen“ des Bundespräsidenten verliehen. Calw ist Sitz der Stiftung, maßgeblich unterstützt durch die Sparkasse Pforzheim Calw und die „Pforzheimer Zeitung“. Gefördert werden junge Texter und Musiker – jenseits des „Superstar“-Hypes.

Treibstoff und Veredelung
Udo glüht vor – nicht mit Cortison und Pernod-Cola wie vor 30 Jahren, sondern mit Eierlikör, dem Stoff, der den Lindenberg-Motor nicht am Laufen hält und Veredelungs-Substanz ist für „Likörelle“. Überall hängen sie an Stellwänden in der Kundenhalle an der Poststraße – neben reinen Aquarellen und Werken von René Bukenberger.

Beim sanften Aufgalopp mit SWR-3-Moderator Ben Streubel lockert Udo die Muskulatur, mustert das handverlesene Publikum im Parterre und auf der Brüstung. Langsam lässt er es angehen – mit „Cello“ –, weiß er doch, dass auch das Publikum etwas Zeit braucht, um auf Temperatur zu kommen. Clemens Ladenburger etwa, Grandseigneur der Pforzheimer Rechtsanwälte, Juwelier Georg Leicht oder „Schmuckwelten“-Geschäftsleiter Michael Buck. PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer wippt spätestens beim „Sonderzug nach Pankow“ mit, fast im Gleichklang mit Christel Augenstein. Nieferns Bürgermeister Jürgen Kurz hält sich etwas im Hintergrund, im Gegensatz zur SPD-Bundestagsabgeordneten Katja Mast, auf Tuchfühlung (an diesem Abend) mit FDP-Kreis-Chef Hans-Ulrich Rülke. Landrat Karl Röckinger fotografiert fürs Familienalbum mit seiner kleinen Digitalkamera.

Hinterm „Horizont“ geht’s weiter, als Axel Steuck, Marketing-Leiter von S. Oliver, einen Scheck über fast 74 000 Euro, resultierend aus dem Verkauf von T-Shirts mit Udo-Motiv, für die Stiftung überreicht – weiter zum Büfett. Dort gibt es das, was Udo aus Jahrzehnten Tournee-Alltag kennt: Melone mit Schinken, Thunfisch-Carpaccio, Filetstreifen. Eddy Kante, Udos glatzköpfiger Bodyguard, hat sicher ein Eierlikörchen in Griffweite, wenn Udo heiser wird.

Text: Olaf Lorch
Foto: Ketterl