Panische Hoch-Stimmung am Sonntagabend in Leipzig. Vor 11.000 Fans rockte Udo Lindenberg die Arena. Er zündete ein bombastisches Bilderfeuerwerk - und brachte einen promineneten Gast mit.
Panische Hoch-Stimmung am Sonntagabend in Leipzig. Zweieinhalb Stunden rockte Udo Lindenberg mit dem Panik-Orchester die Arena - mit einem bombastischen Bilderfeuerwerk auf dem Bühnen-Hintergrund, mit Tänzerinnen, Kindersängern, Artistin und Gästen, zu denen auch Clueso gehörte. Natürlich mit "Cello", ein bisschen unplugged. Mit furiosen Meeresbildern ging die Reise durch das Lindenberg-Universum los ("Odyssee") und endete ganz maritim mit "Sailor". Dazwischen eine Achterbahn aus Balladen und Krachern, aus turbulentem Panik-Revue-Chaos und Melancholischem. Viele Klassiker, die sofort nach den ersten Takten von den 11.000 Fans in der heißen Halle mitgesungen wurden ("Gegen die Strömung", "Hinterm Horizont"), wilde Songs aus dem Onkel Pö-Universum ("Andrea Doria", "Candy Jane"), aber nur wenige Stücke von der letzten, melancholischen CD ("Eldorado").
Udo Lindenberg beherrschte die Bühne, schlenkerte das Mikro, tänzelnde, redete, sang - und rauchte zum Schluss eine Zigarre. Ein Höhepunkt: "Sternenreise", zu der Hunderte Handys leuchteten. Oder "Gerhard Gösebrecht", der als grünes Männchen mit Tänzerinnen erschien. Oder das besinnliche "Stärker als die Zeit", zu dem die Halle flächendeckend von bunten Punkten gesprengelt wurde. Zum Schluss schlüpfte Udo Lindenberg in den Astronautenanzug und entschwand mit einer Gondel, während auf der Leinwand ein Raketentriebwerk feuerte, es krachte, Flammen fauchten, Flitter regnete und Ballons durch Nebel schwebten. Kolossaler Panik-Rocker-Abschied.
Text: Norbert Wehrstedt
Foto: Tine Acke