01. Mai 2005 Udo Lindenbergs «bunte Republik» im Haus der Geschichte

Bonn (dpa) - «Hinterm Horizont gehts weiter», mit Likörellen, viel «Panik auf der Titanic», Schallmaien, Lederjacken, dem «Sonderzug nach Pankow» und Rock gegen Rechts.

Udo Lindenberg (58), wenn nicht gar Erfinder des Deutsch-Rocks so doch immerhin der «Votan Wahnwitz» dieses Genres, ist jetzt in Bonn angekommen. Genau genommen ist er im Foyer des Hauses der Geschichte gelandet, wo ab Samstag die Schau «Keine Panik, Udo Lindenbergs bunte Republik» zu sehen ist (bis 29. Mai).«Ich bin überwältigt. Das berührt mich sehr», sagte Lindenberg bei einem Rundgang durch die Schau. «Ich hätte das nicht gedacht, als ich damals in Gronau loszog, dass ich einmal im Haus der Geschichte landen werde.»

Warum er nun dort ist, erklärte der Präsident der Stiftung des Hauses der Geschichte, Hermann Schäfer mit dem Satz: «Ohne Zweifel, Udo Lindenberg ist eine Person der Zeitgeschichte.» Mit seinen deutschen Texten habe er den Nerv der jungen Generation getroffen. Er habe sich eingemischt. Aus Demonstrationen habe er Konzerte gemacht und aus Konzerten Happenings. Sein Lebenslauf sei eng verknüpft mit der deutschen Geschichte der letzten Jahrzehnte - vor allem während der Teilung.

Die Ausstellung ist eine Hommage an den Musiker, Maler, vor allem aber an den politisch engagierten Menschen Udo Lindenberg. Parteipolitik aber will er nicht machen im bevorstehenden Bundestagswahlkampf. «Mit Wahlempfehlungen und so halte ich mich zurück», sagte er auf entsprechende Fragen. Aber als Panikpräsident erinnerte er daran, dass es ja noch die Panikpartei gebe. «Vielleicht tritt die ja nächstes Jahr sogar an!»

Natürlich wird auch viel Musik geboten in der Ausstellung. Auf einer Liegelandschaft kann der Besucher unter einer Riesenglocke Udo und seinem Panikorchester lauschen. Wer will, kann sich den Videomitschnitt des mittlerweile legendären Konzerts im Palast der Republik in Ostberlin aus dem Jahr 1983 anschauen. 250 Objekte aus 30 Jahren Udo Lindenberg gibt es zu bestaunen. Darunter auch erste Entwürfe für Liedtexte. «Da hat man dann so ´ne Zeile schnell mal auf 'nen Bierdeckel gekritzelt und später heißt es dann: "Er schuf"». «Das ist ein Feiertag für alle Paniker.»

Zu sehen gibt es auch Bilder des Malers Udo Lindenberg. Die mittlerweile weltweit patentierten Likörelle - «Da kann man mit dem Finger schnell mal schmecken, ob die Farbe stimmt», sagt er zur Maltechnik - hängen in einer Abteilung. Besonders schön gehängt fand er das Triptychon «Der Panikpräsident», auf dem ein Udo im Zentrum des Parlaments zu erkennen ist. Udo Lindenberg fühlte sich rundum wohl im Haus der Geschichte: «Das ist ein Haus, wo Geschichte nach vorne gepusht wird!»

Quelle: dpa

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