In der Veltins-Arena des FC Schalke hat Udo Lindenberg seine neue Stadiontournee gestartet - und wie. Vor knapp 40.000 Zuschauern brachte er sein ganzes Leben auf die Bühne - und auch bekannte Gäste.
Auftritte im Stadion sind immer etwas ganz besonderes. Fürs Publikum, wenn man da gleich zigtausende Stimmen hinter und vor und neben sich hat, die dasselbe Lieblingslied laut mitsingen. Vor allem aber für den Künstler. Der da auf der Bühne steht und von all diesen 40.000 Stimmen einmal mehr vermittelt bekommt: Ich bin geil! Und ich bin's immer noch!
Es ist schon Udo Lindenbergs dritte Stadiontournee, aber auch für ihn wieder etwas besonderes und keineswegs dasselbe wie im vergangenen Jahr oder davor. Denn Udo ist gerade 70 geworden, eine neue Ziffer steht vorne - und da ist ja immer alles ganz anders. "Und das mit 70!" sagen die Leute dann, wenn sie hören, dass der Mann, der Rocker von früher, dass der wieder auf Tournee geht. Mit 70! Stark, sagen die dann, Respekt! Dabei hat Udo das mit 69 doch auch schon gewuppt.
Und noch etwas ist neu: Udo hat auch ganz frische Lieder dabei. Denn noch kurz vor seinem Geburtstag hat er ein neues Album veröffentlicht - endlich mal wieder, nach ganzen acht Jahren. "Stärker als die Zeit", das mal eben auf Platz eins der Albumcharts geschossen ist. Die Fans hatten also gerade einmal drei Wochen Zeit, die neuen Songs auswendig zu lernen, dann wurden sie schon zum ersten Mal abgefragt.
Obwohl Udo schon so einige Stadionkonzerte hinter sich hat, stand dieses unter genauer Beobachtung von Medien und Kritikern. Der Mann ist ja jetzt schließlich 70. Aber keine Panik: Es klappte noch genauso gut wie im vergangenen Sommer. Udo machte viel Lärm um sich. Mit Ufo, Mondrakete, mit seinem schon bewährten Podest, mit dem er über die Köpfe seines Publikums hinwegschwebt und mit seiner riesigen Panik-Crew, die mittlerweile mehr als 300 Mann und Frau stark ist.
Zusätzlich zur Riesencrew waren auch wieder bekannte Gäste dabei: Marius Müller-Westernhagen und Otto Waalkes. Dass Otto und Marius - die alten WG-Kumpels von früher, Kollegen und vor allem Freunde seit Jahrzehnten - zusagen, wenn Udo sie nach einem Gastauftritt fragt, ist Ehrensache. Egal, wie voll der eigene Terminkalender gerade ist. Wenn Udo ruft, dann kommen sie und singen für ihn zum gefühlt tausendsten Mal "Sexy" oder "Erst auf dem Heimweg wird's hell", Ottos Hommage an "Highway to Hell".
Viel Tamtam also, rund drei Stunden am Stück - auch mit 70 - und für Udo war das erst der Anfang dieses "pompösen Abschlussballs", wie der Rocker seine Stadiontournee nennt.
Text: Jenny Kallenbrunnen
Foto: Tine Acke